"Abwarten, wer aus dem Flieger steigt"

- München - Uwe Krupp, der Eishockey-Bundestrainer, kann sich noch Zeit lassen mit der Olympia-Nominierung. Zwar hat er "eine Vorstellung, wie und mit wem wir in Turin spielen", doch erstes gestattet ihm das Reglement, damit bis zum Tag vor dem ersten Spiel (das ist am Mittwoch kommender Woche gegen Tschechien) zu warten, und zweitens ist Krupp klar, dass in der Zwischenzeit noch einiges passieren kann: "Ich will erst sehen, wer in Turin wirklich aus dem Flugzeug steigt. Ob wir aus der NHL sieben, fünf oder nur drei Spieler bekommen."

Sieben wären das Maximum, und dass Krupp ihnen Plätze frei hält, ist eine Selbstverständlichkeit. "Die haben sich alle durchgebissen drüben, ich weiß ja selbst, wie schwer das ist, am Anfang sitzt du in der Kabine und bist ganz still", erinnert er sich an die eigene Karriere. Die deutsche Nordamerika-Profis teilt er in vier Kategorien ein. Höchste Güteklasse ist Olaf Kölzig (Washington), "ein absoluter Torwart-Superstar der NHL. Er kann sich als gesetzt betrachten, er wird zwar nicht alle Spiele machen, aber die meisten." Dahinter kommen die Angreifer Jochen Hecht und Marco Sturm. "Jochen spielt in Buffalo, einer starken Mannschaft, eine Leistungsträgerrolle, und Marco hat der Wechsel nach Boston gut getan. In San Jose war er der superdefensive Stürmer, jetzt darf er Tore machen." Kategorie drei - "schon etwas etabliert" - sind Abwehrmann Dennis Seidenberg (Phoenix) und Angreifer Marcel Goc (San Jose). Den Ex-Münchner Christoph Schubert (Ottawa) und Christian Ehrhoff (San Jose) sieht Krupp "als junge Verteidiger, die am Anfang ihrer NHL-Karriere stehen - da weiß ich noch nicht, welchen Einfluss sie auf die Mannschaft haben werden."

Spielen werden sie aber alle - so sie denn kommen. Das ist aktuell jedoch in zwei Fällen fraglich geworden: Sturm hat sich eine Schultereckgelenksprellung zugezogen und wird erst mal pausieren, Schubert erwischte es ebenfalls an der Schulter - nachdem er sein drittes Saisontor für Ottawa erzielt hatte. In den kommenden Tagen wird also noch einige Male telefoniert werden zwischen den Kontinenten.

Einigen DEL-Spielern wie Stefan Ustorf hat Uwe Krupp bereits gesagt, dass sie sicher nominiert werden, für andere läuft noch die Qualifikation. Heute (20 Uhr) tritt die deutsche Nationalmannschaft in Salzburg an, Gegner Österreich vermittelt nach dem Abstieg aus der A-Gruppe Aufbruchstimmung: Neu ist der Trainer (Jim Boni - früher Ingolstadt), neu auch, dass man einen Psychologen engagiert hat: Chris Hamilton, Jamaika-Kanadier und ehemaliger Tennisprofi, der auch schon bei einigen DEL-Klubs und bei den Fußballern von Hannover 96 wirkte.

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