Adler Mannheim siegen im ersten Playoff-Finale

Dramatik: - Mannheim - Die Adler fliegen voraus, die Eis-Tiger jagen hinterher - doch das Playoff-Finale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft könnte nach dem dramatischen Auftakt viel knapper verlaufen als erwartet.

Dank des 3:2 nach Verlängerung setzte Favorit Mannheim Außenseiter Nürnberg mächtig unter Druck, doch die Ice Tigers gehen keinesfalls chancenlos in das zweite von maximal fünf Endspielen.

"Wir haben zwar 64:28 Torschüsse für uns gezählt, aber wer dachte, wir schießen die ab, der hat sich getäuscht", sagte der geschaffte Mannheimer Manager Marcus Kuhl nach dem Siegtreffer durch Colin Forbes in der 75. Minute. Das Tor erboste die unglücklichen Nürnberger um den überragenden Torhüter Jean-Francois Labbé. Die Franken hatten erst sechs Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit noch das 2:2 durch Petr Fical erzwungen.

Vor dem 3:2 musste Mannheims Verteidiger Francois Bouchard nach einem Foul an Justin Mapletoft auf die Strafbank. Eine Nürnberger Überzahl gab es trotzdem nicht. Der auf dem Eis liegende Mapletoft berührte den vorbei fahrenden Bouchard mit dem Handschuh, Schiedsrichter Richard Schütz gab auch dafür eine Strafe.

"Das ist Beinstellen?" fragte der erzürnte Nürnberger Trainer Benoit Laporte und schimpfte über den Unparteiischen des letztjährigen WM-Finales. "Er ist einer der beiden besten Schiedsrichter, aber er hat die falsche Entscheidung getroffen." Falsch war zumindest, dass Schütz statt mit jeweils vier mit nur je drei Feldspielern weitermachen ließ. Doch laut Ligenleiter Gernot Tripcke legten die Nürnberger keinen Protest ein. Es gab keinen entscheidenden Nachteil, zudem ist der Terminplan eng gesteckt.

Auch Laporte räumte fair ein: "Der Gegner hat viel individuelles Talent, damit haben sie uns zwei Mal zu individuellen Fehlern gezwungen." Der Kanadier musste in der Verlängerung auf den bisher besten Playoff-Torschützen Fical verzichten, doch der angeschlagene Nationalspieler soll am Sonntag wieder dabei sein.

Kuhl erwartet dann erneut "einen Kampf auf Biegen und Brechen". Trainer Greg Poss, der noch zwei Siege von seiner ersten Meisterschaft als Trainer entfernt ist und als erster Übungsleiter das Double aus Meisterschaft und Pokal feiern könnte, sah ebenfalls noch nicht den großen Durchbruch: "Nürnberg spielte wie erwartet sehr kompakt. Sie waren zwar selten vor unserem Tor, aber dann immer brandgefährlich." Vor der Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte forderte Poss: "Wir müssen unsere Linie halten, aber es wird schwer."

Nur einmal gaben die Adler bei einem Auftaktsieg eine Finalserie noch ab, 2002 gegen Köln schwammen die Haie nach dem fünften Finale mit dem Meisterpokal aus dem Friedrichspark. So weit soll es diesmal nicht kommen: "Wir können mit dem Druck umgehen, weil wir viel Erfahrung in unserer Mannschaft haben", sagte Christoph Ullmann, "jetzt liegt der Druck bei Nürnberg."

Quelle: Merkur.de

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