Red Bull steigt ab Mai ein

Analyse: Was wird jetzt aus dem EHC?

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Trainer Pat Cortina, und die Spieler nach dem ­letzten ­Heimspiel.

München - Nachdem Playoff-Aus stehen beim EHC Red Bull München Veränderungen an. Ab Mai steigt Red Bull ein, Torjäger Martin Buchwieser verlässt den Verein. Die Analyse:

Nach dem Playoff-Aus am Sonntag sieht die Welt des EHC München am Montag wieder erfreulicher aus: Red Bull vermeldete den Einstieg. Es wird auch im kommenden Jahr DEL-Eishockey in München geben, stellte RB klar. Die tz beantwortet die Fragen zur EHC-Zukunft.

Warum steigt Red Bull erst zum 1. Mai ein?

Die Bekanntgabe war eher geplant, es gab bereits fixe Vermeldungsdaten. Diese platzten aus verschiedenen Gründen. Dass der Einstieg erst zum 1. Mai erfolgen wird, hängt mit der Auszahlung der (stillen) Gesellschafter zusammen. Man hatte allen rückwirkend zum 30. April 2012 gekündigt, nur einem erst zum 30. April 2013. Was Gesellschafter Michael Phillips, der über Anwalt Dr. Philipp Diers mit den Teilhabern in Kontakt trat, dazu verleitete – unbekannt. Die Gesellschafter wurden teils angemessen entschädigt, teils klar unter Wert ihrer Einlage.

Was ist mit der Mannschaft?

Das Team wusste im Playoff-Endspurt nichts von der Meldung, sie wurde am Montag gegen elf Uhr ins Bild gesetzt. Torjäger Martin Buchwieser soll da bereits seine Ausstiegsklausel, die bis Ende Mai gelaufen wäre, gezogen und in Mannheim unterschrieben haben. Der EHC wollte sich am Montag dazu nicht äußern. Andere Leistungsträger bleiben: Petermann, Maurer, Reimer, Hinterstocker. Vorstellbar, dass auch die starken Sturm, Kompon, Ejdepalm und Ekbom Verträge kriegen.

Was wird aus Manager ­Christian Winkler?

Der Manager (Vertrag bis 2014) wird bleiben. „Die Arbeitsverhältnisse sind vom Gesellschafterwechsel derzeit nicht betroffen“, teilt man auf Nachfrage mit. Und schränkt ein, man wolle sich erst einen Überblick verschaffer. Winkler plante schon am neuen Kader.

Kommen jetzt auch Top-Stars?

Winkler sprach bereits mit Krachern wie Marcel Müller (tz berichtete). Auch mit einer Rückkehr von Florian Kettemer sieht es gut aus. Ein Spielerberater, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, will „nicht gleich von einer Meistermannschaft sprechen. Aber wenn Leute wie Müller kommen, ist das Halbfinale fast Pflicht.“ Red-Bull-Klubs haben nach Eigenauskunft den „Anspruch, eine entscheidende Rolle in ihren Ligen zu spielen“.

Wer wird neuer Trainer?

Pat Cortina wechselt zum DEB. Für seinem Nachfolger will sich Red Bull „in den nächsten Wochen“ entscheiden. Der Konzernsideologie zufolge wird ein Coach kommen, der Erfolg und offensivstarkes Eishockey verspricht. Favorit: Andreas Brockmann. Don Jackson wird bei Salzburg gehandelt.

"Pat" steht NICHT für "Patrick"! Cortina im Mini-Porträt

"Pat" steht NICHT für "Patrick"! Cortina im Mini-Porträt

Pat Cortina ist nicht nur Trainer des EHC Red Bull München, sondern auch Bundestrainer. Wir stellen ihn im Kurzporträt vor © dpa
Voller Name: Pasqualino "Pat" Cortina © sampics
Nationalität: Italo-Kanadier © sampics
Geboren: 4. September 1964 in Montréal © dpa
Bisherige Stationen als Nationaltrainer: Italien, Ungarn © sampics
Bisherige Stationen als Vereinstrainer: HC Varese, AS Asiago Hockey (Italien), Alba Volán Székesfehérvár (Ungarn), HC Innsbruck (Österreich), EHC München © sampics
Größte Erfolge als Trainer außerhalb Deutschlands: 2008 Aufstieg mit Ungarn in WM-A-Gruppe; dreimal ungarischer Meister © sampics
Größte Erfolge in Deutschland: Gewinn des DEB-Pokals, Meisterschaft in der 2. deutschen Eishockey-Bundesliga und Aufstieg in die Deutsche Eishockey Liga (DEL) jeweils mit dem EHC München © dpa

Wie sieht die Verzahnung zwischen München und Salzburg aus?

Red Bull teilt nur mit, dass die Klubs gleichberechtigt seien. Letzter Stand: Pierre Page koordiniert, unter ihm lenken Winkler (München) und Stephan Wagner (Salzburg) das Geschehen. Der EHC soll hin und wieder in Liefering weilen, für Trainingscamps.

Bleibt der Standort München?

Zumindest kommendes Jahr, mehr wurde am Montag nicht vermeldet. Mittelfristig hängt fast alles von dem Stadtratsentscheid zu einem Hallenneubau ab. Der EHC spielt noch in der Eishalle, in den 1960er Jahren erbaut, logenlos. Ein Bau einer (eis-)sportorientierten Arena im Olympiapark ist angedacht, alle Rathausfraktionen haben die Prüfung im Dezember beantragt.

Denkbar ist jedoch auch das Szenario, dass der FC Bayern für seine Basketballer mit RB selbst eine Halle auf die Beine stellt. Die schlimmste Alternative wäre ein Wegzug des EHC aus der Stadt. In Leipzig hat RB schon mal ziemlich deutlich angeklopft.

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

wim

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