Er bleibt EHC-Coach

DEB bestätigt: Cortina wird Bundestrainer

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EHC-Coach Pat Cortina wird in Doppelfunktion auch Bundestrainer.

München - Pat Cortina wird neuer Eishockey-Bundestrainer. Wie der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) am Montag bestätigte, übernimmt der Italo-Kanadier von sofort an das seit Monaten vakante Amt.

Nach dem missglückten Schweizer Experiment soll nun ein Italo-Kanadier die deutsche Auswahl zu Olympia nach Russland führen. Pat Cortina ist nach mehrwöchigem Kandidaten-Casting zum neuen Eishockey-Bundestrainer erkoren worden. „Wir haben in ihm einen renommierten Fachmann gewonnen“, erklärte Uwe Harnos, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), am Montag. Cortina unterschrieb einen Vertrag bis 2015, wird aber in einer Doppelrolle bis zum Ende der Saison 2012/2013 nebenbei auch den EHC München trainieren. Dass sich der DEB für diese riskante Lösung entschied, sagt viel über die brenzlige Lage bei der Trainersuche aus.

Beim ersten Länderspiel der Saison 2012/13 an diesem Dienstag in Wien - anlässlich des 100. Geburtstags des Österreichischen Eishockey-Verbandes - wird Cortina aber noch nicht an der Bande stehen. Dafür war die Zeit doch zu knapp. Das Nationalteam werde in der Partie gegen Österreich „vom DEB-Trainerstab“, teilte der Verband mi.

Für Cortina steht das Olympia-Qualifikationsturnier vom 7. bis 10. Februar in Bietigheim im Vordergrund. Dort will Deutschland nach der völlig verkorksten WM im vergangenen Frühjahr über Umwege das Ticket für die Winterspiele 2014 in Sotschi lösen. In der Vorbereitung wird Cortina dann seine Jobs beim EHC München und beim Nationalteam unter einen Hut bringen müssen. Zudem wird er Sportdirektor beim Verband und damit verantwortlich für den gesamten Nachwuchsbereich.

In der Vergangenheit hatte sich Präsident Harnos stets gegen einen Vereins- und Auswahltrainer in Personalunion ausgesprochen. Nun sagte er: „Wir freuen uns über die Verpflichtung. Pat hat uns mit einem Konzept überzeugt, das sich mit unseren Vorstellungen deckt.“

Cortina meinte in einer Verbandsmitteilung: „Es ist mir eine Ehre, ein Team wie Deutschland verantwortlich zu betreuen.“ Für einen anderen Club in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) habe er den EHC nicht verlassen wollen, „aber die Chance, für eine der besten Mannschaften der Welt tätig zu sein, muss ich wahrnehmen“.

Seit der Trennung vom Schweizer Jakob Kölliker im Juli war das Amt des Auswahltrainers verwaist. Erst nach einem wochenlangen Casting entschieden sich Verband und Liga für Cortina und gegen andere Kandidaten wie etwa Ex-Coach Hans Zach, den Straubinger Dan Ratushny oder die beiden Schweden Benkt-Ake Gustafsson und Björn Kinding.

Nach Informationen des Fachmagazins „Eishockey-News“ hatten einige andere Kandidaten wie der frühere Bundestrainer Uwe Krupp oder der Berliner Meistermacher Don Jackson schon frühzeitig abgesagt.

Auch der Mannheimer Harold Kreis sei angefragt worden. „Mein Klub hat mich angesprochen, ob ich Interesse hätte, dieses Amt Vollzeit zu übernehmen“, erzählte Kreis am Sonntagabend bei dem Sender ServusTV. „Ich habe gesagt: Nein, im Moment nicht. Das Timing ist nicht richtig, daher kommt es für mich nicht in Frage.“ Erste Wahl scheint Cortina nicht gewesen zu sein.

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

dpa

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