EHC bezwingt den Spitzenreiter

Nürnberg - Der EHC hat sein Auswärtsspiel bei Spitzenreiter Nürnberg gewonnen. Die Münchner bezwangen die Ice Tigers nach anfänglichem Rückstand.

Zwei wichtige Fragen hatten sich dem verletzungsgeplagten EHC München vor dem Spiel in Nürnberg gestellt. Wird der eigene Sturm die starke Abwehr des Tabellenführers bezwingen? Und: Reicht die Kraft? Und beim 6:4-Sieg gaben die Münchner ließen die Münchner keine Fragen mehr offen.

Allen Widrigkeiten zum Trotz lautet die Antwort beide Male: Ja. Und wie! Die erste Antwort kam schon in der achten Minute. Auf Vorlage des Kapitäns Stephane Julien staubte Martin Buchwieser zur Führung ab. Doch in der elften Minute musste der Torschütze auf die Strafbank – und das Spiel kippte. Frederik Eriksson glich in Überzahl aus und nur 13 Sekunden später schoss Eric Chouinard die Ice Tigers in Front. Das zweite Drittel, nichts für Herzschwache: Ein Haufen Checks. Ein Haufen Chancen. Und ein Haufen Tore: Brandon Dietrich traf zum verdienten Ausgleich (22.), acht Minuten zauberte Eric Schneider das 3:2. Nürnbergs Vitali Aab schoss in der 35. Minute den Ausgleich, bevor Christian Wichert zum 4:3 – sein erstes Tor in der DEL.

Und auch im dritten Drittel war der Münchner Angriff furchtbar effektiv. Martin Schymainski stocherte in der 46. Minute, mitten in der Drangphase der Nürnberger, zum 5:3 ein. Die Vorentscheidung? Von wegen. Sieben Minuten vor Schluss erwischte erneut Aab in Überzahl den Münchner Torwart Sebastian Elwing auf dem falschen Fuß.

Manager Christian Winkler ahnte: „Eine ganz heiße Kiste! In Nürnberg ist es immer gefährlich bis zur Schlusssirene. Und dann sind wir auch noch zweimal in Unterzahl...“ Reicht den Münchnern die Kraft? Die rund 300 mitgereisten EHC-Fans feuerten kräftig an. Und die Mannschaft zeigte sich von ihrer besten Seite: Die Münchner Defensive schuftete schwer und spielte abgeklärt. Und die Ersatzspieler hauten sich rein. Und dann kam Kyle Helms. Der Deutsch-Kanadier war am Vortag für einen Monat unter Vertrag genommen worden, hatte vormittags erstmals bei seinem neuen Klub trainiert, dreißig Minuten.

Und abends, eine Minute vor Spielende traf er zum entscheidenden 6:4. „Helms kam, sah und traf“, sagte Manager Winkler. „Sein Tor war der Genickbruch für die Nürnberger.“ Die Kraft, sie hatte also gereicht. Doch das Heimspiel am Sonntag (18.30 Uhr, Eishalle) wird hart. Denn Gegner ist Meister Hannover, der am Freitag spielfrei hatten und ausgeruht antritt. Allerdings hat Hannover andere Probleme: Den Scorpions laufen die Spielern davon, weil sie wie bereits im Vorjahr auf 15 Prozent des Gehalts und die Punkteprämien verzichten sollen. Erst wanderte Nationalverteidiger Nicolai Goc nach Mannheim ab, jetzt verabschiedete sich auch noch Torwart Travis Scott. Dem EHC kann's nur recht sein.

wim

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