Brandherde auf dem Eis

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Bryan Adams und der EHC haben ein Null-Punkte-Wochenende hinter sich

München - Nach einem Wochenende mit zwei Niederlagen ist die Tabellenführung des EHC München futsch. Jetzt muss sich der Verein Gedanken machen, wo die Problemzonen liegen. Unsere Analyse:

Ist doch so: je höher man fliegt, umso heftiger kann man auf der Nase landen… Der EHC München, vor einer Woche noch DEL-Tabellenführer, hat gerade ein Null-Punkte-Wochenende hinter sich gebracht. Mit einem 2:3 in Krefeld – und mit einer derben 1:5-Klatsche in Wolfsburg. Logo, damit ist Platz eins futsch, der EHC ist jetzt nur noch Fünfter. Und muss sich Gedanken machen, wo die Probleme liegen…

Die Brandherde auf dem Eis:

Das Lazarett: Mit Joey Vollmer, Neville Rautert, Mike Kompon, Jordan Webb, Uli Maurer und Daniel Hilpert sind derzeit sechs Topspieler im Krankenstand… Wann wird’s wieder besser?

Manager Christian Winkler sagt: „Jordan Webb wird hoffentlich diese Woche wieder mit dem Eistraining beginnen. Bei allen anderen hoffe ich, dass sie bis nach der Länderspielpause wieder dabei sind.“

Das gilt allerdings mit Ausnahme von Daniel Hilpert. Aufgrund der Schwere seiner Verletzung ist laut Winkler mit einer Rückkehr in dieser Saison nicht mehr zu rechnen. Bis zur Länderspielpause (Deutschland-Cup) sind’s noch sieben Spiele…

Kann der Rest der Truppe (viele junge Leute) die Ausfälle kompensieren? Schwierige Frage. Winkler sagt: „Wir sehen uns immer als Kollektiv.“ Da sei es nicht möglich, einen verletzten Spieler einfach 1:1 durch einen anderen zu ersetzen. Aber: In der Gesamtsicht ist das Potenzial trotzdem da.

Winkler: „Nehmen Sie zum Beispiel den Christian Wichert. Das ist ein junger Spieler, den kann man eigentlich in jede Reihe einbauen. Von den Qualitäten eines Martin Buchwieser möchte ich ja gar nicht mehr extra sprechen.“

Dass es auch Spieler gibt, für die die Spielstärke der DEL an sich eine Herausforderung ist, ist natürlich trotzdem klar. „Philipp Quinlan (letztes Jahr noch Oberliga, Anm. d. Red.) oder René Kramer und Sören Sturm werden noch lernen, ihre Schritte zu machen. Das Ziel ist es dann, immer öfter konstant zu spielen.“

Der Kopf: Da liegt das Hauptaugenmerk von Trainer Pat Cortina. Seine Predigt: Wer in der DEL Erfolg haben will, muss in jeder Sekunde des Spiels voll da sein. Keine Durchhänger! Da passt es natürlich überhaupt nicht ins Konzept, wenn man gleich zu Spielbeginn die Gegentore kassiert – so wie gerade eben in Wolfsburg…

Manager Winkler: „Es ist doch klar, dass ein Aufsteiger oft mit zu viel Respekt in ein Spiel geht und dann schnell gleich zu Beginn im Rückstand liegt. Da hilft auch keine Traineransprache.“ Die Spieler müssten die richtige mentale Einstellung erlernen. Ganz einfach nach dem Motto: Was gut funktioniert, merkt sich das Gehirn automatisch.

Gegen diverse Klubs hat das ja schon geklappt – vielleicht erinnern sich die Spieler ja jetzt wieder an das, was sie schon richtig gemacht haben. Am besten gleich beim nächsten Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr, Olympia-Eishalle) gegen Düsseldorf.

Patrik Malberg

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