Red Bulls empfangen Pinguins

Bremerhaven-Coach erklärt: Darum sind wir der EHC-Stolperstein

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Haben Respekt füreinander: Bremerhaven-Trainer Thomas Popiesch (l.) und EHC-Coach Don Jackson.

Der EHC Red Bull München trifft am Freitag auf Bremerhaven - und der Underdog ist ein wahrer Stolperstein für den Meister. Nur gegen Nürnberg verlor man zuletzt öfter.

637,72 Kilometer trennen München von Bremerhaven – die mit Abstand größte Distanz zweier DEL-Städte. Doch nicht nur geografisch könnten die Unterschiede zwischen dem EHC Red Bull München und den Fischtown Pinguins Bremerhaven kaum größer sein: Auf Münchner Seite stehen zwei Meistertitel in Folge, ein prominent besetzter Kader und mit knapp 13 Millionen Euro der größte Etat der Liga – davon können die Pinguins, die erst im September letzten Jahres den ersten DEL-Sieg ihrer Geschichte feierten, nur träumen: Gerade einmal vier Millionen hatten die Nordlichter für die Saisonplanung zur Verfügung und damit weniger als jedes andere Team der Liga. Ist das heutige Heimspiel der Bullen gegen Bremerhaven (19:30 Uhr) also eine gmahde Wiesn? Mitnichten, denn: Die Pinguins sind der EHC-Hauptrunden-Schreck!

In den letzten sechs Hauptrunden-Spielen haben die Münchner gegen den Underdog drei Niederlagen einstecken müssen – nur gegen die Nürnberg Ice Tigers (0:6) ist die Bilanz noch schlechter! Für Pinguins-Coach Thomas Popiesch, der den Verein 2016 aus der DEL2 ins Oberhaus führte, keine Überraschung: „Wir haben es gegen den EHC oft geschafft, hinten kompakt zu stehen, Strafzeiten zu vermeiden und gleichzeitig auch über Konter schnell nach vorne zu kommen – diese Balance muss einfach stimmen, wenn man gegen dieses Klasse-Team etwas holen will“, so der 52-Jährige, der in Bremerhaven erstmals in seiner Karriere ein DEL-Team betreut, zur tz.

Auch der Faktor Hauptrunde spiele eine Rolle: „Wir müssen in jedem Spiel an unsere Leistungsgrenze gehen, um unser großes Ziel, die Playoffs, zu erreichen – diesen Ergebnisdruck haben die Münchner noch nicht, deshalb lassen sie in der Hauptrunde vielleicht auch mal einen Schritt aus…“

Jason Jaffray gegen Nehring und Rumble.

Dies war etwa vor gut einer Woche der Fall, als die Münchner in Bremerhaven eine 2:3-Pleite kassierten. Macht der EHC jedoch ernst, sieht Popiesch für sein Team schwarz: „Dann sind sie aufgrund ihrer individuellen Klasse extrem schwer zu schlagen. Dafür ist die Scheiben- und Passsicherheit einfach zu groß – wie man im Playoff-Viertelfinale der letzten Saison gesehen hat!“ Damals ließen die Bullen ihre Muskeln spielen und setzten sich im Best-of-Seven gegen den Aufsteiger klar mit 4:0 (18:5 Tore) durch.

Trotzdem wittert der freche Außenseiter heute seine Chance: „Wir haben uns im Vergleich zu letzter Saison personell und spielerisch verbessert – wenn uns die Münchner etwas anbieten, dann werden wir zur Stelle sein!“ Der EHC darf sich im Duell der Gegensätze also wieder warm anziehen…

Max Kramer, Lena Meyer

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