Buchwieser vor Härtetest

Martin Buchwieser (r.) gegen Augsburgs Dennis Endras
+
Martin Buchwieser (r.) gegen Augsburgs Dennis Endras

München - Martin Buchwieser ist der Shootingstar der DEL, seine Berufung in den Kader der Nationalmannschaft für den Deutschland-Cup konsequent. Bundestrainer Krupp hält große Stücke auf den Münchner.

Als Martin Buchwieser zur Präsentation des neuen Nationaltrikots vor die Kameras gerufen wird, scheint sich der junge Münchner fast ein wenig zu genieren. Mit goldfarbenem XXL-Jersey zu Anzughose und Lederschuhen stellt sich der Eishockey-Stürmer an die Seite von Bundestrainer Uwe Krupp. “Ich bin glücklich, dass ich dabei sein kann“, sagt Buchwieser, der beim Deutschland-Cup am Wochenende in München vor dem Debüt im Nationalteam steht. “Das ist ein schönes Gefühl hier in München.“ Der Stolz ist dem Shootingstar ins Gesicht geschrieben.

Von der Nominierung “scho a bisserl überrascht“ sei er gewesen, sagt der 21-Jährige, der in Garmisch-Partenkirchen geboren wurde und vor drei Jahren noch beim dortigen SC Riessersee in der zweiten Liga gespielt hat. Mit seinem Wechsel zum EHC München, dem Aufstieg in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) im Frühjahr 2010 und einem furiosen ersten Saisondrittel mit zehn Treffern und neun Torvorlagen spielte er sich in die Kaderliste von Bundestrainer Krupp.

Dieser hält große Stücke auf den Länderspiel-Neuling. “Martin kann Tore schießen, ist ein guter Schlittschuhläufer, flink, er hat einen guten Schuss und kann sich durchsetzen“, sagt Krupp. Dass Buchwieser mit seinen 1,80 Metern Körpergröße eher zu den kleineren Angreifern zählt, muss kein Nachteil sein. Gegen wendige Stürmer täten sich großgewachsene Verteidiger immer schwer, erklärt Krupp - und der muss es wissen, schließlich stand der Fast-Zwei-Meter-Mann in seiner Karriere als Verteidiger häufig solchen Rivalen gegenüber.

Wenn Krupp neben Buchwieser steht und diesem aufmerksam beim Gespräch mit Journalisten zuhört, wirkt er fast wie ein Vater, der auf seinen einen Kopf kleineren Zögling aufpasst. Den Werdegang des Bayern hat der frühere NHL-Star aufmerksam verfolgt, von den Jugend- Auswahlteams bis in die DEL. Nun steht Buchwieser vor dem nächsten Karriereschritt. “Jetzt wird sich zeigen, wie er bei so einem Turnier spielt“, sagt Krupp.

Buchwiesers Stärke ist vor allem seine Unbekümmertheit. “Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen“, sagt er vor dem Auftakt des Deutschland-Cups am Freitag (20.00 Uhr/Sport1) gegen Kanada. Über die Bedeutung seines Debüts im Nationaltrikot “mag ich gar nicht nachdenken, denn je mehr man nachdenkt, umso schlechter spielt man meistens“.

Zugleich bleibt Buchwieser bescheiden und stellt (noch) keine Ansprüche auf einen dauerhaften Platz im Krupp-Team. Viele andere Profis zeigten schon länger starke Leistungen in der Liga und im Nationalteam, meint der Youngster, “und die haben ein Vorrecht darauf, dass sie im Kader sind“. Nach zahlreichen Absagen schlägt nun aber seine Stunde. “Aufgrund der Verletzungen habe ich jetzt das Glück oder die Ehre, dass ich da reinrutsche und mitmachen darf“, meint Buchwieser, “und ich freu mich natürlich“.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare