Cortina: Es tut mir leid für die Jungs

EHC: Fünfte Niederlage in Folge

München - Wieder nichts mit dem ersten Sieg für das Team von Pat Cortina. Zu Beginn sah es gegen Mannheim nach einem Debakel aus. Doch das Team lieferte einen harten Kampf.

Nach neun Minuten skandierten die Gästefans „nur noch sieben“ – und in der Tat stand für den EHC RB München das Schlimmste zu befürchten. Es stand da schon 0:3 für Mannheim. Am Ende verlor der EHC eine Achterbahnfahrt von einem Spiel mit 2:4.

Die Münchner hatten sich zum Spiel in Schale geworfen: Trikots im Trachtenstil müssen es zur Wiesn-Zeit natürlich sein. Doch statt Oktoberfest-Gaudi folgte schon vor dem Rausch eine schmerzhafte Ernüchterung.

„Wir machen viele dumme Fehler“, sagte Martin Buchwieser später. „Das geht auf diesem Level einfach nicht.“ Viktor Ekbom vertändelte, er drängte Markus Kink das 0:3 richtig auf. Sich abschießen, mal wörtlich genommen.

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

Oans, zwoa, drei – die ersten 15 Minuten wirkten wie ein Pokalspiel zwischen einem ehrfürchtig staunenden Bayernligisten (EHC) und einem DEL-Titelfavoriten (Mannheim). Noch dazu fehlte dem EHC Stürmer-Star Brent Aubin wegen einer Schnittwunde.

Doch dann (18.) erklang plötzlich der bayerische Defiliermarsch, stellvertretend für die „gute Reaktion“ des EHC, wie Trainer Pat Cortina feststellte: Christian Wichert verkürzte in Unterzahl auf 1:3. Und während Mannheim nur noch mit halber Flamme spielte, hatte der EHC Feuer gefangen. Folgerichtig der Anschlusstreffer (28.): Martin Hinterstocker drängte zum Tor, Toni Ritter stocherte ein.

„Wir hatten das Momentum auf unserer Seite“, sagte Verteidiger Sören Sturm später. Aber was dann folgte, war der endgültige Knackpunkt des Spiels: Die Schiedsrichticher schickten Ty Morris strittigerweise auf die Strafbank. Mannheim nutzte die Überzahl eiskalt – 2:4 nach 31 Minuten. Die Münchner ließen danach beste Chancen aus. Das Fazit von Trainer Cortina: „Es tut mir leid für die Jungs. Sie haben nun drei Favoriten harte Kämpfe geliefert, aber keine Punkte gewonnen. Es hilft nichts: Wir arbeiten weiter hart.“

Martin Wimösterer

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