Olympia und EHC im Blick

Cortina: Tag 1 als Bundes-Pat

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Pat Cortina hat eine schwere Aufgabe als Bundestrainer vor sich.

München - Am Mittwoch tritt Pat Cortina offiziell seinen neuen Job als Eishockey-Bundestrainer an. Was den Coach des EHC RB an seinem ersten Tag alles erwartet:

Wie hätte Hans Zach reagiert, wenn der TV-Reporter das Interview wiederholen will, weil er vergessen hatte, auf Aufnahme zu drücken? Wie, wenn der „Alpenvulkan“ in Blickpunkt Sport mit einem Interview abgewatscht worden wäre, für das das Wort mini schon übertrieben lang ist? Pat Cortina, der „Dolomitenvulkan“, blieb bei all dem geduldig. Er ist, neben seinem Job beim EHC RB, neuer Eishockey-Bundestrainer.

Cortina ist unter Kollegen angesehen, aber noch nicht weithin bekannt wie etwa Zach. Deshalb wird er von Medien und Fans mit seinen Vorgängern verglichen und muss sich (wie am Montag) Fragen gefallen lassen, die seine Kompetenz angreifen. Immerhin: In einer Sport1-Kolumne äußert sich Rick Goldmann klar pro Cortina. Der TV-Experte sieht ihn (wieder ein Vergleich!) als zweiten Zach mit Uwe Krupps Spielweise. Cortina war daher die logische Wahl, denn aus den Aussagen des DEB-Präsidenten Uwe Harnos klingt deutlich durch, dass neben Zach Krupp das Vorbild ist. So soll auch Cortina als Sportdirektor den Nachwuchs voranbringen.

Klassenerhalt als Minimalziel

Ob er Trainer austauscht? „Darüber zu urteilen, dafür ist es zu früh“, sagt Cortina. Doch ambitionierte Jugendtrainer gäbe es. Er will sich ein Bild machen, wenn er am Mittwoch (nach dem Länderspiel in Österreich) offiziell seinen Dienst antritt. Der erste Arbeitsschritt als Bundes-Pat: „Die Spieler kennenlernen“ und den Co-Trainer wählen. Nach dem Deutschland-Cup steht die Quali für Olympia 2014 an. Bei der nächsten Weltmeisterschaft sei „der Klassenerhalt das Minimalziel“. Ein Vorrücken in der Weltrangliste (aktuell Zehnter): erwünscht.

Ex-Bundestrainer Jakob Koelliker, sagt Harnos, wurde auch die Erwartungshaltung des Umfelds zum Fluch - und Ralph Krueger, der eigentlich Wunschkandidat war. Nun ist Uwe Krupp der Maßstab. Er soll dem Maßstab Cortina weichen. Hat der Neue mit der A-Nationalmannschaft und den Reformen Erfolg, hängt bald auch sein Bild in der Ruhmgalerie im DEB-Treppenhaus. Beim Münchner Eishockey hat er dieses Standing bereits. Und mit Maurizio Mansi einen erfahrenen Co-Trainer, der Cortinas Doppelfunktion ausbalancieren kann. Der EHC hat für Cortina Vorfahrt! „Und wenn Pat mal zwei, drei Tage mit der Nationalmannschaft unterwegs ist“, sagt Manzi, „habe ich ein bisschen mehr Arbeit. Aber das wäre kein großes Problem. Ich war ja auch schon Cheftrainer. Wir sprechen über alles, arbeiten gemeinsam Pläne aus. Wir wissen, was zu tun ist!“

wim

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