In Ingolstadt gilt's

"Probieren, das Tor zu treffen"

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Thomas Merl in Aktion.

München - Gegen Augsburg scheiterte der EHC München an seiner Chancenverwertung, das soll in Ingolstadt nicht passieren.

„Schade“, sagte Pierre Pagé, Trainer des EHC München, „nächstes Spiel“.

Man muss im Eishockey diese Einstellung haben: nicht lange trauern, wenn Punkte verloren gegangen sind – und vorausblicken auf die Punkte, die noch zu gewinnen sind. Gerade um diese Zeit, zwischen den Jahren, geht’s in der schnellsten aller Mannschaftssportarten ratzfatz: Am Samstag (16.30 Uhr), 48 Stunden nach der 2:5-Heimniederlage gegen Augsburg, müssen die Münchner in Ingolstadt antreten, am Montag (19.30 Uhr/live auf Servus TV), wiederum nur zwei Tage später, erwarten sie die Krefeld Pinguine, ein geheimes Spitzenteam (Platz vier), in der Olympia-Eishalle.

Derby-Pleiten sind emotionale Tiefpunkte – erst recht aus Münchner Sicht eine gegen Augsburg, das trotz eines vorangegangenen 1:11-Tore-Wochenendes und des verletzungsbedingten Ausfalls von sieben Stammspielern (drei Verteidiger, alle mal deutsche Nationalspieler, plus vier Stürmer, alle Ausländer) bereits zum zweiten Mal in dieser Saison ein Spiel bei neureichen und personell bestens ausgestatteten EHC gewann. Die Münchner mussten einiges an Spott über sich ergehen lassen – dennoch können sie über das 2:5 einigermaßen gelassen hinweggehen.

Die Lage hat sich gebessert dank eines punktereichen Monats Dezember. „Wir sind jetzt ein anderes Team als zu Beginn der Saison“, sagt Verteidiger Grant Lewis. Sorgen, nicht in die Top Ten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zu kommen, muss sich der EHC nicht machen – als Achter hat er auf Straubing als Elften bereits 15 Punkte Vorsprung. Und Platz sechs, der zum Direkteintritt ins Playoff-Viertelfinale berechtigen würde, ist nur vier Zähler entfernt. Sogar Platz vier „und damit Heimvorteil in den Playoffs“ (Pagé) bleibt bei 20 noch ausstehenden Partien möglich. „Ich liebe die Drei-Punkte-Regelung“, sagt Pierre Pagé. Man kann so schnell aufholen.

Die fundamentalen Daten stimmten auch im Spiel gegen die Augsburger Panther: Der EHC hatte ein klares Mehr an Torschüssen (laut offizieller Statistik 47:17) und handfesten Tormöglichkeiten. „Chancen zu haben ist wichtig“, meine Pierre Pagé, „Tore zu machen aber noch wichtiger“. Die Offensiv-Fabrikation lief diesmal nicht richtig. Gründe: Pech („Der Puck ist nicht so für uns gesprungen“, so der eingewechselte Tormann Niklas Treutle), eine starke Darbietung des Augsburger Tormanns Markus Keller – jedoch auch ein Manko im Münchner Spiel. „Wir haben am Ende unseren Torwart rausgenommen und sogar sechs gegen vier gespielt – aber keinen Mann vor dem Augsburger Tor gehabt. Wir haben den Preis nicht bezahlt“, kritisierte Trainer Pagé die Überzahl-Darbietung seiner Mannschaft, die sich auch bei einigen Augsburger Kontern ungeschickt anstellte.

Nun eben: „Nächstes Spiel.“ Wobei Ingolstadt ein kleiner EHC-Angstgegner ist. Gewann die bisherigen Spiele gegen München 4:3 und 4:1. „Ingolstadt hat gute Qualität im Team, aber nicht so gute wie wir“, befindet EHC-Stürmer Toni Ritter. Kollege Thomas Merl wusste schon am Donnerstagabend, was vor dem Ingolstadt-Spiel zu trainieren sein würde: „Probieren, das Tor zu treffen."

Von Günter Klein

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