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Darum verschenkt EHC-Star Matsumoto bei jedem Spiel Pucks an Kinder

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Von: Florian weiß

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Vor 23 Jahren schenkte Steve Konowalchuk dem jungen Jon Matsumoto einen Puck, heute tut er seinem Idol gleich.
Vor 23 Jahren schenkte Steve Konowalchuk dem jungen Jon Matsumoto einen Puck, heute tut er seinem Idol gleich. © GEPA Pictures

Jon Matsumoto vom EHC Red Bull München hat ein Ritual - auch wenn er es nicht so nennen möchte. Er verschenkt Pucks an Kinder, bei jedem Spiel. Das steckt dahinter.

Besser hätte der Saisonstart für Jon Matsumoto kaum laufen können. Der 30-jährige Stürmer des EHC Red Bull München traf in seinem einzigen Einsatz in der Vorbereitung beim Halbfinale des Red Bulls Salute in Garmisch-Partenkirchen gegen den SC Bern (7:2) gleich dreimal. Anschließend durfte er für die kanadische Nationalmannschaft beim Nikolai-Puchkov-Turnier in St. Petersburg auflaufen. „Das pusht schon sehr“, gibt er zu, aber „der Ansporn ist natürlich, wieder den DEL-Pokal in die Höhe zu stemmen. Und wenn mir das hilft, wieder für Kanada zu spielen, ist das toll.“ Auch in der Champions Hockey League, in der die Münchner am Freitag in Krakau 2:1 gewannen und damit weiter die Vorrundentabelle anführen, traf Matsumoto bereits zweimal, unter anderem am Freitag zur 1:0-Führung.

In seinem Heimatland Kanada sind Eishockey-Profis Helden, vor allem für ihre jungen Fans. Matsumoto selbst hat erfahren, welch große Wirkung kleine Gesten von Idolen haben können und möchte dieses Gefühl an junge Fans weitergeben. Und zwar so, wie er es als junger Eishockey-Fan selbst erfahren hat. „Ich war bei einem Spiel der Ottawa Senators, mein Vater hat mich im Alter von acht Jahren mitgenommen“, erinnert sich der 30-Jährige, der in der kanadischen Hauptstadt geboren wurde und dort aufwuchs. „Steve Konowalchuk von den Washington Capitals war damals ein großer Star und er hat mir im Stadion einen Puck geschenkt. Das war richtig cool. Den habe ich noch heute in meinem alten Zimmer bei meinen Eltern.“

Eishockey Deutschland - USA
Achivbild: Vergeblich versucht sich Steve Konowalchuk (USA, l.) von hinten dem Tor von Deutschlands Marc Seliger zu nähern (Foto vom 23.04.2002). © picture-alliance / dpa/dpaweb

Das hat bei dem Stürmer einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Damals war er der kleine Zuschauer in der Halle, der seine Idole beobachtete und mit ihnen mitfieberte. Heute ist es genau andersherum. Sein Erlebnis in der NHL-Saison 1994/95 prägte Matsumoto nachhaltig, sodass er beschloss, diese Freude weiterzugeben. „Jedes Mal, wenn ich ein Kind im Stadion sehe, flippe ich ihm einen Puck zu. Vielleicht möchte er oder sie dann auch Eishockey spielen und wird der nächste Leon Draisaitl. Wenn ich so meine Gefühle von damals an ein Kind weitergeben kann, ist das eine tolle Sache.“

Für Nordamerikaner haben die Hartgummischeiben zudem eine tiefere Bedeutung. „Wenn du dein erstes Tor schießt, bekommst du als Spieler den Puck“, erklärt Matsumoto. Er selbst hat nicht nur den Puck, den er seinerzeit als kleiner Fan von Washington-Star Konowalchuk erhielt, zu Hause, sondern auch die Pucks, mit denen er seine ersten Treffer im College, in der AHL, in der NHL sowie sein erstes Länderspieltor erzielte. Eine Art persönliche Trophäensammlung also.

Matsumoto: „Ich bin zwar kein NHL-Spieler, aber vielleicht kann ich so die Liebe der Kinder für diesen Sport wachsen lassen – speziell in Deutschland.“ Eine kleine Geste, die für kleine Fans eine große Bedeutung haben kann – so wie für Jon Matsumoto vor rund 23 Jahren.

Florian Weiß

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