DEB: Krupp-Nachfolge kann warten

Uwe Krupp geht zu den Kölner Haien
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Uwe Krupp geht zu den Kölner Haien

Hannover - Toni Krinner, Andi Brockmann, Harold Kreis und sogar Altmeister Hans Zach - viele Namen werden für die Nachfolge von Eishockey- Bundestrainer Krupp gehandelt. Alles wilde Spekulation?

Bloß keine Eile: Bei der Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Bundestrainer Uwe Krupp will der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) einen Schnellschuss vermeiden. Generalsekretär Franz Reindl spielt auf Zeit. “Es wird in absehbarer Zeit keine Entscheidung geben“, versicherte Reindl im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. “Es gibt keinen Zeitdruck.“

Dass er damit jede Menge Raum für Spekulationen lässt, ist dem DEB bewusst. “Uns bleibt da nichts anderes übrig“, sagte Reindl scheinbar gleichgültig. Seit Krupps Abgang nach der WM 2011 zu seinem kriselnden Heimatclub Kölner Haie verkündet wurde, sind viele Namen in den Raum geworfen worden. Teilweise haben sich angebliche Kandidaten sogar selbst für den begehrten Posten ins Spiel gebracht. “Wenn man mich ruft, wäre ich sicher da“, hatte etwa der 61 Jahre alte Ex-Bundestrainer Hans Zach via Pay-TV-Sender Sky verkündet.

“Wer immer etwas sagt, kann das tun, aber wir haben unseren Weg“, stellte Reindl zu allen “Bewerbungen“ oder Spekulationen fest. Das Anforderungsprofil für den neuen Mann an der DEB-Bande ist Reindl längst klar: Ein deutscher Trainer soll es sein. Einer, der sich in der Liga auskennt. Und jemand, dem die Nachwuchsförderung am Herzen liegt. So formulierte es Reindl schon vor Wochenfrist.

Je nach regionalem Standort deuteten verschiedene Medien daraufhin Toni Krinner vom DEL-Tabellenführer und Meister Hannover, Andi Brockmann vom Tabellenzweiten Nürnberg und Mannheim-Coach Harold Kreis als Favoriten. Der ehemals hoch gehandelte frühere Schweizer Auswahlcoach Ralph Krueger, der als Assistent bei NHL-Club Edmonton Oilers arbeitet, scheint aktuell aus dem Rennen.

“Am Markt hört man sich natürlich um“, versicherte Reindl, aber “gesprochen haben wir noch mit niemandem.“ Ein langes Abwarten könnte durchaus auch Kalkül sein. Denn die logischste Lösung als Krupp- Nachfolger scheint Kreis, der bereits als dessen Assistent fungiert. Die Installation von Kreis beim DEB war ein wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zum sensationellen vierten Platz bei der Heim-WM im Mai.

In entscheidenden Momenten übernahm Kreis bereits an der Bande das Coaching. Und Reindl will am liebsten den von Krupp eingeschlagenen Weg fortgesetzt wissen. Was eindeutig gegen Grantler Zach spricht - und Kreis zum Favoriten macht.

Allerdings ist der ehemalige Nationalverteidiger noch bis 2012 an die Adler gebunden und Reindl sprach sich schon bei Krupp gegen einen Doppeljob beim DEB und in der DEL aus. Auch DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke ist sich nach eigenem Bekunden “zu 100 Prozent einig“ mit Reindl, dass eine Doppelrolle nicht funktionieren kann. Aber: Wer weiß schon, ob die Adler nicht wieder früh im Titelrennen abstürzen und Mannheim ein Wechsel von Kreis zum DEB nicht sogar gelegen käme?

Im aktuell gültigen Kooperationsvertrag zwischen DEB und Liga ist geregelt, dass der Verband einem DEL-Club keinen Trainer abwerben kann. Kommt es hart auf hart, dürfte man aber eine Lösung finden. “Wenn es einen Kandidatenkreis gibt, wird der DEB diesen sicher mit der Sportkommission der DEL besprechen“, sagte Tripcke.

dpa

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