DEB-Team zittert sich zu Auftaktsieg gegen Kanada

+
Deutschland-Cup: Deutschland - Kanada am Freitag in der Olympiahalle in München. Deutschlands Patrick Hager (r) und Kanadas Denis Reul kämpfen um den Puck.

München - Ein junges deutsches Nationalteam hat sechs Monate nach der berauschenden WM erneut für ein Eishockey-Fest gesorgt und Kanada beim Deutschland-Cup niedergerungen.

Die durch etliche Absagen geschwächte Mannschaft von Coach Uwe Krupp setzte sich am Freitag mit 4:3 (3:0, 1:3, 0:0) durch und bestand damit den ersten Härtetest vor der nächsten Weltmeisterschaft in der Slowakei.

In München überzeugte das deutsche Rumpfteam - Krupp hatte auf mehr als zehn angeschlagene Stammspieler verzichten müssen - durch Laufbereitschaft, Kampfeswille und auch spielerische Qualitäten. Durch den verdienten Erfolg kam die Auswahl des Deutschen Eishockey- Bundes (DEB) der Cup-Verteidigung einen großen Schritt näher. Nächster Gegner ist an diesem Samstag WM-Gastgeber Slowakei, der mit einem 0:2 (0:0, 0:1, 0:1) gegen die Schweiz startete.

Das 126. Match zwischen Deutschland und Kanada war vor allem das Duell jugendliche Unbekümmertheit gegen Routine - im ersten Drittel ließen Krupps “Knirpse“ die komplett aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) rekrutierten Kanadier alt aussehen. Frank Mauer und Benedikt Kohl scheiterten früh an Fred Brathwaite, ehe der Mannheimer Goalie mit einer Unsicherheit den ersten Treffer begünstigte: Patrick Hager schob einen Abpraller zur Führung ins Gehäuse (9.) und sorgte für den ersten Jubel unter den 7500 Zuschauern in der Münchner Olympiahalle.

So wild feiern die kanadischen Eishockey-Königinnen

Der lustlose Rekordweltmeister hatte den munter aufspielenden Gastgebern nichts entgegenzusetzen. Nach einem deutschen Doppelschlag innerhalb von knapp drei Minuten sah es gar nach einer Blamage für die “Ahornblätter“ aus: Kai Hospelt fälschte einen Schuss von Philip Gogulla ins Tor ab (13.), kurz darauf schob Alexander Weiß den Puck zum 3:0 (15.) und seinem ersten Länderspieltreffer ins Gehäuse.

NHL-Legende Mark Messier, der bei den Kanadiern hinter der Bande stand, schien lange nicht die richtigen Maßnahmen zu finden, im zweiten Abschnitt setzte sich der deutsche Sturmlauf fort. Kapitän Michael Wolf hatte per Penalty den vierten Treffer auf dem Schläger, aber Brathwaite hielt - ein Weckruf.

Kanada legte seine erstaunliche Lethargie ab und brachte Dennis Endras im Tor der Deutschen immer häufiger in Schwierigkeiten. Der WM-Held parierte was ging, war bei einem kanadischen Zwischenspurt aber zweimal machtlos: Nathan Robinson (28.) und Tyler Bouck (29.) verkürzten, und als Derrick Walser (34.) der Ausgleich gelang, drohte das Match zu kippen. Aber Deutschland zeigte Moral und ging dank Patrick Reimer (34.) erneut in Front und mit 4:3 ins letzte Drittel.

“Wir haben im zweiten Drittel ein bisschen nachgelassen. Wir haben gesehen, drei Tore sind nix in so einem Spiel“, meinte der Krefelder Hager vor dem Schlussabschnitt. Dort versuchten die Kanadier noch einmal alles, aber das frenetisch angefeuerte DEB-Team rettete den knappen Vorsprung ins Ziel.

Von Manuel Schwarz

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare