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DEL an Pinizzotto: Keine Provokationen gegen Fans und Schiedsrichter mehr

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Von: Günter Klein

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Steve Pinizzotto soll sich Gesten gegenüber dem Publikum verkneifen.
Steve Pinizzotto soll sich Gesten gegenüber dem Publikum verkneifen. © Imago

Steve Pinizzotto vom EHC Red Bull München musste sich in einem Gespräch in der DEL-Zentrale dem Disziplinarausschuss, der Spielbetriebs- und der Medienabteilung stellen.

München – Am Sonntag vor einer Woche rastete der Münchner Steve Pinizzotto aus. In Wolfsburg stürzte er sich, während seine Mannschaft den entscheidenden Gegentreffer kassierte, auf Sebastian Furchner, hämmerte dem den Schläger in den Rücken, drückte ihn, das Gesicht voran, auf die Eisfläche, riss ihm auch noch den Helm vom Kopf. Ein Gewaltexzess. Danach legte er sich noch mit den Wolfsburger Fans an, hielt – Anspielung auf die beiden Siege des EHC in den Finalserien 2016 und 2017 – einen imaginären Meisterpokal hoch. Dass die Deutsche Eishockey-Liga nicht automatisch ein Ermittlungsverfahren eröffnete, lag daran, dass ihm die Schiedsrichter nur eine 2+10+10-Minuten-Strafe verpasst hatten – erst bei einer Fünf-Minuten-plus-Spieldauerdisziplinarstrafe hätte DEL-Disziplinarchef Tino Boos sich des Falls annehmen können.

Gehandelt hat die DEL dennoch. Steve Pinizzotto wurde in die Zentrale nach Neuss einbestellt. Thema: sein generelles Auftreten. „Es ging nicht um seine Checks, die soll er weiter machen“, sagt Ligenleiter Gernot Tripcke, „wenn sie unnötig sind, bekommt er ein Problem mit seinem Trainer“. Einschreiten wolle man aber gegen Pinizzottos Unarten: „Gesten gegenüber dem Publikum, das Reklamieren bei den Schiedsrichtern.“ Tripcke sagt: „Das wollen wir nicht sehen.“ Er weiß: „Das wollen auch die Münchner nicht sehen.“

„... dann wird die Sperre ein, zwei Spiele länger ausfallen“

Bei der nächsten Fünf-plus-Spieldauer-Strafe könne es halt geschehen, dass die DEL „auf die Vorstrafen schaut. Und wenn er 30 auf dem Kerbholz hat, dann wird die Sperre ein, zwei Spiele länger ausfallen.“

Um dem vorzubeugen, hat die DEL das Gespräch mit Steve Pinizzotto (33) gesucht. Der Deutschkanadier, dessen älterer Bruder Jason seit 2005 in Deutschland spielt (Bremerhaven, Düsseldorf, Hamburg, Schwenningen, Bad Nauheim, Bietigheim, Crimmitschau, aktuell Regensburg) und der keine auffälligen Strafzeitenbilanzen hat, wurde konfrontiert mit „dem Leiter Spielbetrieb, dem Leiter Kommunikation, dem Vorsitzenden des Disziplinarausschusses“. Namentlich: Jörg von Ameln, Matthias Schumann und Ex-Nationalspieler Tino Boos. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke glaubt, dass die klare Ansage mehr bewirke als eine Strafe.

EHC kann gegen Köln die Tabellenspitze übernehmen

Unter Beobachtung stehend, muss Steve Pinizzotto sich also beherrschen. Am Dienstag (19.30 Uhr) gegen die Kölner Haie. Es ist eine von nur zwei Partien der DEL, dem EHC eröffnet sich die Gelegenheit, mit einem Sieg die Tabellenspitze zu übernehmen – allerdings gilt die Konstellation auch für Köln.

Die Haie sind traditionell ein Titelanwärter. Und in der Defensive mit dem schwedischen Goalie Gustaf Wesslau und dem deutschen Ex-NHL-Star Christian Ehrhoff als Top-Verteidiger sogar ein bisschen spektakulärer besetzt als die Münchner. EHC-Stürmer Frank Mauer sagt: „Den Riegel muss man erst mal knacken.“

Von Günter Klein

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