Der Untergang: EHC-Rettung durch Stadt gescheitert

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Auch die Fan-Demo im April hat nicht gefruchtet

München - Jetzt ist es offiziell: Die Gespräche des Klubs mit der Stadt über ein Sponsoring durch städtische Unternehmen sind gescheitert. Für den EHC München bedeutet dies nicht weniger als das Todesurteil.

Es war ein letzter Rettungsanker, den der EHC München ausgeworfen hatten, um nach dem Abgang eines Gesellschafters den DEL-Standort in der Stadt zu erhalten. Und man war nah dran an der Rettung. Doch um 17.11 Uhr bestätigte der EHC offiziell: Die Gespräche des Klubs mit der Stadt über ein Sponsoring durch städtische Unternehmen sind gescheitert. Für den EHC München bedeutet dies nicht weniger als das Todesurteil.

Dass sich die Stadt beim Eishockey-Klub engagiert, wäre mit Blick auf die anderen DEL-Standorte nicht ungewöhnlich gewesen. Beim EHC sollten die Stadtwerke als (Namens-)Sponsor einsteigen. Nach tz-Informationen sollten die Eishackler dafür einen „sehr hohen sechsstelligen Betrag“ erhalten.

Übers Wochenende sah es fraktionsübergreifend gut aus für den EHC. Doch am Montag stellte sich die SPD um OB Christian Ude quer. Alexander Reissl, SPD-Fraktionschef, zum Stimmungsbild in seiner Partei: „Es gibt in München sehr viele Vereine. Da ist es schwierig, einen Profibetrieb finanziell zu unterstützen.“

Und auch die CSU stimmte nicht zu. Sie sah „rechtliche Bedenken“, da der Stadtrat auf den EHC zuging und Hilfe über die Stadtwerke anbot. Wäre der EHC selbst direkt an die SWM herangetreten, hätte es wohl keine Bedenken gegeben.

Chance vertan. Der EHC teilte mit: „Die Gesellschafter sehen somit zurzeit nur noch die Option eines Umzugs des Clubs, gegebenenfalls in Verbindung mit einem Eigentümerwechsel. Eine Entscheidung hierüber steht unmittelbar bevor.“ Sprich: Sollte nicht noch eine Sensation geschehen, wird die Spielbetriebs-GmbH nach Schwenningen verkauft. Der entsprechende Vertrag liegt den Gesellschaftern bereits seit einigen Tagen zur Unterschrift vor.

Am Nachmittag war die traurige Nachricht bereits auch zu den Fans des EHC durchgedrungen, die darauf wehmütige Abschiedslieder oder Beerdigungszeichnungen in den sozialen Netzwerken posteten. Bitter wird es auch die EHC-Angestellten; Die laufenden Verträge von Spielern, Trainern und sonstigen Mitarbeitern gelten eigentlich bei einem Verkauf oder Umzug weiter. Da Schwenningen jedoch bereits eigenes Personal hat, werden wohl Kündigungen ausgesprochen und dem ein oder anderen wird ein Wechsel nahegelegt. Auch die Leichenfledderei am EHC-Kader beginnt. Die Schonfrist, die die DEL-Gesellschafter für die Jagd auf EHC-Spieler vereinbart hatten, ist vorbei. Nun, da der EHC München nur noch eine Unterschrift davon entfernt ist, Geschichte zu sein.

Ein Nachfolge-Verein wurde bereits gegründet.

Martin Wimösterer

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