"Wir sind jetzt die Bösen"

EHC schießt Ingolstadt im Farce-Derby ab

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Christia Winkler

München - Das Derby zwischen dem EHC München und den Ingolstadt Panther (5:0) verkam zur Farce. Am Rande wurde viel und feurig diskutiert, denn die Gäste hatten beim EHC um Spielverlegung gebeten.

Niklas Sundblad, Trainer der Ingolstadt Panther, schaute äußerst bedient und erzählte vom Morgen vor dem Derby beim EHC München. Immer wieder Anrufe, Krankheitsmeldungen seiner Spieler. Der Norovirus. Am Schluss reisten 13 Mann – sieben Stammspieler und Leihkräften von Drittligist Regensburg –, nach München – und kamen erwartungsgemäß mit 0:5 unter die Räder.

Am Rande diskutierten Fans und Verantwortliche viel und feurig, denn die Ingolstädter hatten am Mittag beim EHC um Spielverlegung gebeten, der aber gab nicht sein Ja. „Wir sind jetzt die Bösen, das ist klar“, sagte EHC-Manager Christian Winkler nach dem Spiel – ironisch. Er verwies auf die DEL–Regel, wonach ein Spiel stattfinden kann, sobald beide Teams je mindestens neun Feldspieler und einen Torwart zusammenbringen.

Winkler meinte darum: „Wir haben nichts falsch gemacht.“ Die Panther-Verantwortlichen fanden die Münchner Entscheidung „unverständlich“, traten aber nicht öffentlich nach. Und die Fairness? Winkler glaubte nicht, dass andere Klubs anders entschieden hätten: „Uns mog eh koana.“ Red Bull ist in der Liga Hass-Objekt der gegnerischen Fans. Die Panther-Fans schimpften gegen Ende, als die Partie längst entschieden war, wie gewohnt auf „Scheiß Red Bull München“. Ansonsten nahmen sie das Farce-Derby humorig: „Wenn wir wollen, stecken wir euch an“, skandierten sie in Richtung der Münchner und sangen selbstironisch: „Wir haben die Hosen voll.“

Die Münchner kannten dieses Schicksal des Minikaders aus eigener Erfahrung. Zu Zweitligazweiten besiegten sie personell klar unterlegen Ravensburg und Weißwasser. Diesmal aber hatten sie den personellen Vorteil auf ihrer Seite und ließen die Panther auf der Schlachtbank nicht lange zittern. Alex Barta traf an seinem 31. Geburtstag nach 55 Sekunden zum 1:0, 25 Sekunden später erhöhte Daniel Sparre auf 2:0.

Ingolstadt konterte ein paar Mal gefährlich, hatte sonst aber bei nur zwei vollen Reihen mit dem Luftholen gut zu tun. Nick Palmieri traf zum 3:0 (25.), drei Minuten später legte Fabio Carciola nach. Danny Richmond schoss in der 49. Minute das 5:0. Nach der Schlusssirene klatschten sich auch die ausgepumpten Panther wie Sieger ab. Nach dem Handshake beider Teams, verriet Palmieri, habe man sich lieber die Hände gewaschen.

wim

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