DEL-Spiele nur noch am Wochenende

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Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) hat für die Saison 2011/12 die Wochenspieltage gestrichen.

München - Drastische Zuschauerrückgänge und finanzielle angeschlagene Vereine: Die Deutsche Eishockey-Liga ist in einem ersten Schritt auf die Clubs zugegangen und hat für die Saison 2011/12 die Wochenspieltage gestrichen.

Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) hat auf die finanziell angespannte Lage der Clubs mit einem Kurswechsel reagiert und die Wochenspieltage in der Saison 2011/12 abgeschafft. Im Rahmenspielplan für die kommende Spielzeit sind mit wenigen Ausnahmen keine Spieltage am Dienstag oder Mittwoch vorgesehen. Das sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke der dpa und bestätigte damit einen Bericht der “Sport Bild“ (Mittwoch). Unterdessen hat Bundestrainer Uwe Krupp ein Engagement als Nachfolger von Bill Stewart bei den Kölner Haien nicht ausgeschlossen.

Gespielt werden soll in der kommenden Saison fast ausschließlich am Freitag und Sonntag. Die Spielzeit soll am 16. September beginnen, das letzte mögliche Finalspiel ist für den 27. April vorgesehen. “Damit wird die Saison relativ gleich lang bleiben“, sagte Tripcke. Ausnahmen an Wochentagen wird es dennoch geben: Fallen Feiertage unter der Woche an, werde gespielt, ebenso in den Weihnachtsferien. Außerdem ist der Montag, 14. Februar, als Spieltag eingeplant.

“Wenn das alles wirklich so klappt, ist das eine wirklich gute Idee“, sagte Frieder Feldmann, Pressesprecher der DEG Metro Stars: “Der Dienstag ist ein ungeliebter Tag. Wir sehen ganz deutlich, dass am Wochenende mehr Zuschauer kommen. Der neue Rahmenterminplan kommt den Vereinen zu Gute.“

Eine ähnliche Einschätzung gaben auch die Straubing Tigers ab. “Wir haben ein sehr junges Publikum. Wenn in der Woche gespielt wird, können viele Zuschauer nicht kommen, da sie nächsten Tag in die Schule müssen“, machte Pressesprecher Harald Schindler deutlich. Er verwies zudem darauf, dass durch den komprimierten Wochenendspielplan die logistischen Herausforderungen und die Kosten für viele Vereine sinken würden. “Da wir in Straubing noch eine reine Eishalle haben, freuen wir uns über so viele Spiele wie möglich. Denn mehr Spiele heißt für uns mehr Einnahmen.“

Die Abkehr von den Wochenspielen hat mehrere Gründe: Zum einen sei es ein Entgegenkommen an die Clubs, die unter der Woche “25 bis 30 Prozent“ weniger Zuschauer in die Hallen lockten, sagte Tripcke. Damit gingen den DEL-Vereinen insgesamt eine halbe Million Euro Einnahmen verloren, wenn sie statt zwei Spielen am Wochenende zwei unter der Woche bestreiten müssten, erklärte Tripcke.

Wer in der kommenden Saison die Kölner Haie trainieren wird, steht dagegen noch nicht fest. Bundestrainer Uwe Krupp schloss ein Engagement als Nachfolger von Bill Stewart bei den Kölner Haien nicht aus. “Es hat Gespräche mit den Haien gegeben. Wir sind so verblieben, dass wir uns nächste Woche nach dem Deutschland-Cup wieder zusammensetzen“, sagte Krupp dem “Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch- Ausgabe). Er habe eine sehr gute Beziehung zu dem Verein, bei dem er 1982 seine Spielerkarriere begann.

Gegen ein Engagement spreche im Moment, dass “ich noch einen anderen Job habe, der meine Aufmerksamkeit voll beansprucht“. Ob der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) erlauben werde, dass er gleichzeitig als Verbands- und Vereinstrainer arbeitet, werde “man sehen“, so Krupp. DEB-Generalsekretär Franz Reindl erteilte der Möglichkeit eine vorsichtige Absage: “Derzeit ist eine Doppelfunktion von Uwe Krupp als Bundestrainer und Vereinstrainer gemäß seinem Arbeitsvertrag sowie der Vereinbarung mit der DEL nicht vorgesehen.“

Nach 13 Niederlagen in 19 Spielen der DEL hatten die Haie ihren Trainer und Manager Bill Stewart am Samstag freigestellt. Momentan werden die Haie von Co-Trainer Niklas Sundblad betreut.

Von Karsten Lehmann und Manuel Schwarz

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