Die Liga reagiert

DEL2 mit Sicherheitsproblem? Randale in Ravensburg, Heilbronn und Bad Nauheim

DEL2 mit Sicherheitsproblem? Randale in Ravensburg, Heilbronn und Bad Nauheim
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Bietigheimer Chaoten warfen die Scheibe einer Heilbronner Gaststätte, in der sich Falken-Fans befanden, mit Gartenstühlen ein. 

Gewaltbereite Anhänger nutzten den Spieltag am Sonntag, um Ausschreitungen anzuzetteln und den Sport in Verruf zu bringen. Die Liga geht hart dagegen vor. 

  • Den Gewalttätern droht ein bundesweites Stadionverbot.
  • Ravensburg Towerstars sperren Ultras aus.
  • DEL2-Ligaleiter mit klarer Absage an Randalierer.

Schmähgesänge in Richtung der gegnerischen Fans, Hohn und Spott bei Gegentoren - all das gehört beim deutschen Eishockeysport zur Tagesordnung. Genauso wie das Zusammensitzen der beiden Anhängergruppen nach dem Spiel in der Stadionwirtschaft, um bei einem gemeinsamen Getränk die Partie Revue passieren zu lassen. Krawalle, Schlägereien, Ausschreitungen? Eigentlich Fehlanzeige. Demnach wird der vergangene Sonntag vermutlich als "Schwarzer Sonntag" in die Annalen des deutschen Eishockeys eingehen.

Gleich bei drei Partien in der DEL2 (Deutsche Eishockey Liga 2), der zweithöchsten Klasse, kam es zu Ausschreitungen. In Bad Nauheim wurde ein Fan-Quartett aus Bad Tölz in einem Park von Vermummten tätlich angegriffen. In Ravensburg kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen den Towerstars- und Landshuter Fans, weil eine Ultragruppe der Oberschwaben eine Fan-Fahne der Landshuter zerstörte. Und vor dem Derby der Heilbronner Falken gegen die Bietigheim Steelers  versuchten knapp 50 - teils vermummte - Anhänger aus Bietigheim, Heilbronner Fans - wie *echo24.de berichtet - in einer Kneipe anzugreifen. Dabei wurden mit Gartenstühlen Scheiben eingeworfen, weibliche Passanten und Kinder in Falken-Trikots verbal angegangen und bedroht. 

DEL2: Towerstars verhängen Sanktionen gegen Fangruppe

Hat das DEL2-Eishockey ein Sicherheitsproblem? Mitnichten, denn nach wie vor ist es nur ein verschwindend geringer Besucher-Anteil, der gewaltbereit ist. In zumindest zwei der drei Vorfälle am Sonntag waren die sogenannten "Ultras" involviert. Anhänger, die liebend gerne sich selbst und nicht den Sport in den Mittelpunkt stellen. Für die Liga wird es jetzt darum gehen, gegen alle gewaltbereiten Anhänger eine einheitliche Linie zu fahren, um die Störenfriede dauerhaft zu eliminieren. Das Liga-Motto lautet: "Von Herzblut getragen. Im Eishockey zuhause." Dort muss man sich dann aber auch benehmen, deshalb kann es nur harsche Strafen gegen Gewalttäter geben.

Scherben überall - die Gäste hatten großes Glück. 

Die Towerstars Ravensburg reagieren sofort und vorbildlich. Bereits einen Tag nach den Vorfällen in der CHG-Arena geben sie auf ihrer Homepage bekannt, dass sie der - in der Vergangenheit bereits des Öfteren auffällig gewordenen - "B1-Crew" ab sofort den Zutritt zur Arena verweigert und auch der Außenbereich ums Stadion für sie eine verbotene Zone ist. "Wir können es nicht zulassen, dass unser Sport von derartigen Gruppen missbraucht wird und die lange Eishockeytradition in Ravensburg dadurch großen Schaden nimmt", sagt Towerstars Geschäftsführer Rainer Schan. Bei diesen Sanktionen erhalten die Towerstars die volle Rückendeckung der Stadt Ravensburg als Halleneigner.

DEL2: Bietigheim Steelers beziehen klar Stellung

Denselben Weg wählten die Bietigheim Steelers, die die Vorkommnisse in Heilbronn aufs Schärfste verurteilten. Geschäftsführer Volker Schoch erklärt: "Wir sind stolz auf unsere Farben und freuen uns über Fans, die diese Farben tragen, unsere Mannschaft auswärts oder daheim unterstützen. Wir distanzieren uns aber von gewaltbereiten Gruppierungen die in unseren Farben prügeln, randalieren, zerstören, beleidigen oder provozieren."

Schoch erklärt: "Da die Polizei die Randalierer in Heilbronn festsetzte und ihre Personalien aufnahm, kann sie bei den Heilbronner Falken ein Stadionverbot für diese beantragen. Wenn die Falken ein solches erlassen, dann wird die Liga es bundesweit durchsetzen, da die Personen auf eine Liste kommen." Atilla Eren, Geschäftsführer der Heilbronner Falken, sagt: "Wir handhaben das immer so, dass wir der Empfehlung der Polizei folgen. Wenn diese ein Stadionverbot befürwortet, dann setzen wir es, da wir das Hausrecht haben, auch um und melden es der Liga." 

Das sagt der DEL2-Geschäftsführer

DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch hat auch eine eindeutige Botschaft: "Gewalt von Fans, Provokationen zur Gewalt und das Nicht-Einhalten der Stadionordnungen der Standorte haben in den DEL2-Arenen nichts zu suchen. Insofern begrüße ich dasentschiedene Vorgehen und die klaren Positionierungen der Clubs. Mit derartigen Vorfällen schaden diese Personen der ansonsten äußerst positiven Entwicklung an den DEL2 Standorten."

DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch begrüßt die klare Positionierung der Vereine. 

Und er legt nach: "Auf keinen Fall wollen wir in unseren Arenen zukünftig ansteigende Tendenzen für Gewalt oder Zustände wie im Fußball. Personen, die im Rahmen ihres Spielbesuches in der DEL2 mit Gewalt agieren oder die guten Sitten verlassen, sind für mich keine Fans und gehören nicht in unsere Liga oder unseren Sport! Hiergegen gilt es, konsequent vorzugehen."

*echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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