Deutschland unterliegt Slowakei

München - Nach dem Coup gegen Kanada hat die Eishockey- Nationalmannschaft beim Deutschland-Cup gegen die Slowakei einen Dämpfer kassiert.

Das junge Team von Bundestrainer Uwe Krupp unterlag im zweiten Spiel des Traditionsturniers der Slowakei mit 2:3 (0:1, 0:1, 2:0) nach Verlängerung. Der Cup-Verteidiger ist damit im abschließenden Match am Sonntag gegen Erzrivale Schweiz zum Siegen verdammt. Gegen den WM-Gastgeber 2011 schwächelten die Deutschen bei der Chancenverwertung, in der Defensive wurde die ersatzgeschwächte Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bei Fehlern gnadenlos bestraft. Die Slowakei rehabilitierte sich dagegen für die 0:2-Pleite gegen die Schweiz und feierte den 23. Sieg gegen Deutschland. Radovan Somik war nach 94 Sekunden in der Verlängerung der Matchwinner.

Roman Tomanek hatte die Slowaken nicht unverdient in der letzten Minute des ersten Drittels in Führung gebracht. Deutschland drängte auf den Ausgleich, blieb vor dem Tor des Weltmeisters von 2002 aber glücklos. Marek Hascak erhöhte im zweiten Durchgang auf 2:0 (34.). Die Bemühungen der Deutschen wurden erst im letzten Abschnitt belohnt, als Kai Hospelt per Doppelschlag (44./52.) der Ausgleich gelang. Damit nahmen die Gastgeber zumindest noch einen Punkt mit. “Nach der Leistung zum Schluss ist es schade, dass wir das Spiel verloren haben. Wir wollen hoffen, dass dieser eine Punkt am Ende noch wichtig für uns ist“, sagte Hospelt. Krupp hatte seine Mannen vor der Partie gewarnt. “Wir werden auf eine höchst motivierte slowakische Mannschaft treffen“, war sich der Bundestrainer sicher.

Vor der Heim-WM im Frühjahr stünde das Team unter großem Druck, “ähnlich wie wir vor einem Jahr“, so Krupp. Nach der Pleite gegen die Schweiz begannen die Slowaken dann auch dynamischer und mit mehr Zug zum Tor. Patrick Ehelechner, der WM- Goalie Dennis Endras ersetzte, war von Beginn an gefordert. Die junge deutsche Auswahl, die Krupp nach dem beeindruckenden 4:3 gegen Kanada auf zwei Positionen umgestellt hatte, benötigte eine Weile, ums ins Spiel zu kommen. War der WM-Vierte gegen die komplett aus der Deutschen Eishockey-Liga zusammengestellte kanadische Auswahl - für Krupp “das Beste, was in der DEL auf dem Eis steht“ - noch überragend effektiv, fehlte gegen die Slowakei die Durchschlagskraft. Auch eine 5:3-Überzahl im ersten Drittel blieb ungenutzt. Im zweiten Abschnitt erhöhte die Mannschaft um Kapitän Michael Wolf den Druck und drängte auf den Ausgleich.

Marcus Kink scheiterte aus kurzer Distanz, schon im ersten Drittel war der Mannheimer gegen den slowakischen Schlussmann Branislav Konrad nur zweiter Sieger. Ein schneller Angriff über drei Stationen und eine kurzzeitige Unordnung in der deutschen Abwehr nutzten die Gäste clever zum zweiten Treffer. Die wenigen, dafür aber lautstarken slowakischen Fans warfen daraufhin einen Feuerwerkskörper auf das Eis, das Spiel musste kurz unterbrochen werden. Für sportliches Aufsehen sorgten vor allem die beiden Torhüter, die mehrere hochkarätige Chancen zunichte machten. Die rund 6500 Zuschauer in der Münchner Olympiahalle mussten bis in den Schlussabschnitt warten, ehe sie jubeln durften. Philip Gogulla bediente Hospelt nach einem Konter mustergültig, und der Wolfsburger musste nur noch seinen Schläger hinhalten. Als Frank Mauer wegen eines Ellbogenchecks mit einer Spieldauerstrafe vom Eis geschickt wurde, schwanden die Chancen. Deutschland überstand eine fünfminütige Unterzahl, ehe erneut Hospelt die Halle in Ekstase versetzte. Am Ende waren die deutschen Fans allerdings ernüchtert.

dpa

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