Der Dolomiten-Gretzky soll die Antwort geben

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Klaus Kathan.

München - Beim EHC München naht die Anspannung vor dem Saisonstart. Gut, dass man einen Dolomiten-Gretzky in seinen eigenen Reihen weiß: Klaus Kathan.

Wo is a jetzad?“, fragt Klaus Kathan. Der Stürmer des EHC München steht im VIP-Raum der Eishalle und blickt ungeduldig um sich. Er wartet auf Christian Winkler, der ihn zum Training der Mannschaft nach Germering fahren wollte, wo das Team ausnahmsweise übt – in der Eishalle werden die Sponsorenlogos im Eis angebracht.

Manager Winkler gibt Journalisten aber noch Interviews und Kathan braust selbst los. Nur nicht das Training verpassen, drei Tage vor Saisonstart. „Das Einzige, was Klaus von mir zu hören bekommt“, sagt Pat Cortina, „ist ‚Good morning, how are you?‘ Er hat eine fantastische Arbeitsmoral.“

So leicht hatte es der Trainer nicht mit allen Spielern. Nach der tollen ersten Saison verlief die Vorbereitung zur zweiten nicht ganz nach Cortinas Geschmack: „Einige sind mir zu zuversichtlich.“ Auch wegen der Neuzugänge wie Kathan, auf deren Fähigkeiten sich die Spieler während des Turniers in Zagreb „ein bisschen ausgeruht haben“, wie Cortina meint. „Das waren Alarmzeichen, Gott sei Dank in der Vorbereitung.“

Der Trainer hat vorige Woche darüber mit seinen Spielern gesprochen – und machte ihnen klar, dass sie nicht nur arbeiten sollen, wenn sie wollen. „Dank der Neuzugänge sehen wir besser auf dem Papier aus – wenn aber nicht jeder anpackt, wird aus dem Papier schnell Klopapier. Wir alle sind unseres Glückes Schmied.“ Beim Cup in Südtirol klappte das schon ganz gut, der EHC gewann, und Kathan wurde als Spieler des Turniers ausgezeichnet. Die Kollegen haben dem Tölzer daraufhin einen Spitznamen verpasst: In Anlehnung an die kanadische Eishockey-Legende nennen sie ihn jetzt „Dolomiten-Gretzky“.

Und der sagt über die Mannschaft: „Wir sind schon ein eingeschworener Haufen. Ich habe einen sehr guten Eindruck bislang.“ Prognosen will er aber nicht abgeben, er hat schon viel erlebt: Früher K.o. mit Favorit Mannheim, Sensationsmeister mit Hannover. Am Freitag ist seine neue Mannschaft erstmals gefordert: Erstes Punktspiel in Krefeld. Für Manager Winkler, zurück vom DEL-Manager-Treffen, ist der Halbfinalist der Vorsaison ein Anwärter auf die Meisterschaft. Zudem fällt beim EHC David Wrigley aus. Wenn seine Fußprobleme ausgeheilt sind, muss er die Vorbereitung nachholen. Johan Ejdepalm kann hingegen nach seiner Gehirnerschütterung wieder skaten. Ein Check am Mittwoch beim Teamarzt wird zeigen, ob der Schwede am Wochenende einsatzfähig ist.

Am Sonntag, bevor es auf die Wiesn geht, steht das erste Heimspiel an, Gegner ist Hannover (16.30 Uhr, Eishalle). Die Scorpions gaben Kathan trotz seiner vorbildlichen Arbeitseinstellung keinen neuen Vertrag. Der Dolomiten-Gretzky wird auf seine Art „Danke“ sagen.

wim

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