EHC: Auftakt mit Spaß und Schweiß

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Uli Maurer gab beim Fitnesstest (fast) alles

München - Trainer Pat Cortina schaute am Dienstag genau, was die EHC Spieler bei Lauf-, Sprung- und Kraftübungen leisteten. Sein Eindruck: "Vor uns liegt viel Arbeit, aber die Jungs scheinen schon ziemlich gut in Form zu sein."

Sören Sturm sprintete an der Zeitnahme vorbei, lief noch aus und zeigte seiner Trainingsgruppe den Siegerdaumen. „Die bisher beste Leistung am Start und gesamt“, sagte die Betreuerin an der Zeitnahme. Martin Schymainski jubelte Sturm kurz zu, dann katapultierte sich das Kraftpaket selbst von der Startlinie los.

Viel Schweiß, viel positive Energie also beim EHC während der Fitnesstests am Dienstag. Trainer Pat Cortina schaute zu, was seine Spieler bei Lauf-, Sprung- und Kraftübungen leisteten. Er sagte mit Blick auf den Saisonstart im September: „Vor uns liegt viel Arbeit, aber die Jungs scheinen schon ziemlich gut in Form zu sein.“

Uli Maurer, der flinke Außenstürmer, gab jedenfalls Vollgas, nur beim Gewichtheben hielt er sich zurück: „Ich stemme 60 Kilo, dann ist Schluss. Sonst haut’s ma mei Bandscheim wieder naus.“

In den vergangenen Jahren hatte der EHC viele verletzte Spieler. „Wir mussten in der Hinsicht etwas verbessern“, sagte Cortina. Mit Jörg Mayer hat der Klub nun einen neuen Leiter für die Physio-Abteilung. „Die Vorbereitung ist unheimlich wichtig für mich, um die Spieler kennenzulernen“, sagte Mayer.

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

Das Team um Konditionscoach Daniel Müller sammelte beim Herzbelastungstest am Dienstag und den Fitnesstest am Mittwoch die genauen Daten eines jeden Spielers und filmte sie bei Übungen. Mayer: „So schauen wir, wo jeder Athlet seine Schwachstelle hat.“

Sören Sturm eilte an diesem Tag kaum etwas voraus, nur seine Leistungen. Im Hantelraum stand Martin Buchwieser und erzählte seiner Gruppe von Sturms Sprintzeit. Auch von Johan Ejdepalm und Jens Olsson wußte Buchwieser zu berichten: Das Schweden-Duo hatte zuvor jeweils 105 Kilogramm-Hanteln gestemmt, ohne groß mit den Mundwinkeln zu zucken.

Buchwieser spornte das an, er legte sich noch ein paar Kilos auf, blähte die Backen auf und drückte die Masse in die Luft. Buchwieser, zum Neuling des Jahres in der DEL gewählt, war einer der Erfolgsfaktoren in der Vorsaison. Damals, in der ersten Spielzeit des EHC in der DEL, schafften es die Münchner zur allgemeinen Überraschung bis in die Pre-Playoffs.

„Das Überraschungsmoment ist weg“, meinte nun Trainer Cortina. „Die neue Saison wird definitiv härter auch weil die Erwartungen an uns gestiegen sind. Auch das Startprogramm ist schwierig. Es ist wichtig, dass wir die Begeisterung der letzten Spielzeit wiederfinden.“

Spaß und Schweiß, und der Siegerdaumen geht beim EHC nach oben.

Martin Wimösterfer

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