Entscheidung offenbar gefallen

Pat Cortina wird Eishockey-Bundestrainer

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Pat Cortina

München - Pat Cortina vom EHC München wird wohl neuer Eishockey-Bundestrainer. Wie lässt sich das mit seiner anderen Tätigkeit verbinden?

Die schier unendliche Suche nach einem neuen Eishockey-Bundestrainer ist beendet: Pat Cortina soll dem Team des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nach dem WM-Debakel von Schweden neues Leben einhauchen. Der 48 Jahre alte Italo-Kanadier tritt nach SID-Informationen die Nachfolge des Schweizers Jakob Kölliker an, dessen Vertrag nach der bitteren WM-Enttäuschung (12. Platz) im Juli nicht verlängert worden war. Er setzte sich damit in einem quälend langen Casting des DEB gegen vier Kandidaten durch - unter anderem gegen Ex-Bundestrainer Hans Zach.

Cortina soll einen Dreijahresvertrag halten. Ein Jahr lang soll er noch seinen derzeitigen Job als Coach des DEL-Teams EHC München behalten, bevor er sich ausschließlich auf die Nationalmannschaft konzentriert. Beim Länderspiel am Dienstag in Wien gegen Österreich soll Cortina noch nicht an der Bande stehen, aber vor Ort sein und eine Ansprache an die deutschen Kufencracks halten. Die Mannschaft betreuen werden noch die bisherigen Assistenztrainer Ernst Höfner und Klaus Merk. Cortina besaß in München noch einen Vertrag bis 2014. Am Montag soll er in seiner Wahlheimat vorgestellt werden.

Somit war die 2:3-Niederlage nach Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG für Cortina am Sonntagabend DEL-Saisonauftakt und Beginn einer Abschiedstournee zugleich. Der in Montreal geborene Pasqualino „Pat“ Cortina spricht Deutsch und hat in Italien und Ungarn bereits Erfahrung als Nationaltrainer gesammelt. 2008 war ihm das Kunststück gelungen, die Ungarn nach 70 Jahren wieder in die A-Gruppe zu führen.

Seine Ambitionen auf den Posten des Bundestrainers unterstrich er zuletzt mehrfach. „Das ist eine interessante Aufgabe, keine Frage. Es hat Gespräche gegeben, jetzt liegt es nicht mehr in meiner Hand“, sagte der Coach des EHC München am Freitag: „Ich denke jetzt erst mal nicht an die Nationalmannschaft. Ich bin mit Kopf und Herz beim Saisonstart mit dem EHC.“

Sogar einigen Nationalspielern war die lange Trainersuche auf den Geist gegangen. „Das ist eigentlich nicht zu fassen“, sagte Torwart Dennis Endras: „Im Fußball wäre so etwas undenkbar.“

In der Münchner DEB-Zentrale hatten neben Cortina auch Zach, der schwedische Weltmeister und Olympiasieger Bengt-Ake Gustafsson, dessen Landsmann Björn Kinding sowie DEL-Trainer Dan Ratushny (Straubing) ihre Ideen präsentiert. DEB-Präsident Uwe Harnos und DEL-Aufsichtsrat Daniel Hopp führten die Gespräche.

Gegen Zach, der die deutsche Nationalmannschaft schon von 1998 bis 2004 trainierte und mit ihr dreimal im WM-Viertelfinale stand, gab es Widerstände in der DEL. Auf mehr Gegenliebe stieß der 54-jährige Gustafsson, der Schweden 2006 zum historischen Double mit Olympia-Gold und WM-Sieg führte. Der ehemalige NHL-Profi, der zuletzt den russischen KHL-Klub Atlant Mytischtschi trainierte, dürfte zu teuer gewesen sein.

Dadurch stiegen die Chancen für Cortina. „Für mich ist es schon alleine eine große Ehre, nur in der Auswahl zu stehen“, sagte der Italo-Kanadier. Die Münchner signalisierten früh, dass sie grünes Licht für eine Doppeltätigkeit im Klub und im Nationalteam geben würden. „Die Nationalmannschaft ist die wichtigste Mannschaft in Deutschland, die muss man so gut es geht unterstützen“, sagte der sportliche Leiter Christian Winkler.

sid

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

1.4.2011: Beim Spiel St. Pauli gegen den FC Schalke 04 wurde Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner von einem Bierbecher getroffen. Das Spiel wurde abgebrochen. Hier sehen Sie weitere Geschosse, die auf Spielfelder jeglicher Sportarten geworfen wurden. Einige davon sind sehr skurril - aber gefährlich sind die meisten allemal. Also: Bitte nicht nachmachen! © Getty
Thorsten Schiffner war nicht der erste Schiedsrichter-Assistent, der von einem Becher getroffen wurde. 2006 streckte Kai Voss beim DFB-Pokal-Spiel zwischen Stuttgarter Kickers und Hertha BSC ein Bierbecher nieder. © getty
Deutschlands Torhüter bei der Weltmeisterschaft 1974 wurde von einem Gymnasiasten 1971 mit einem Messer beworfen. Er wurde aber - zum Glück - nicht getroffen. © dpa
Ein Motorroller im Stadion (hier mit Uli Hoeneß am Steuer) ist schon ungewöhnlich. Erst recht beim Mailänder Derby 2001: Dort versuchten Stadionbesucher einen Roller von der Tribüne zu werfen. © getty
Frank Baumann (M.) erwischte es während eines Bundesligaspiels. Er wurde im November 2008 von einem Handy-Akku getroffen. © getty
Im Carling-Cup-Finale 2007 zwischen dem FC Chelsea und dem FC Arsenal flog Sellerie von den Rängen. Arsenals Fabregas kann es nicht verstehen. Die Fans des FC Chelsea sangen bei fast jedem Spiel ein nicht jugendfreies Lied, in dem auch das Gemüse vorkommt. © getty
Beim UEFA-Cup-Spiel zwischen NEC Nijmegen und dem HSV traf Schiedsrichter Darko Ceferin ein undefiniertes Wurfgeschoss am Kopf. Das Spiel musste unterbrochen werden. © getty
Anders Frisk wurde beim Champions-League-Spiel zwischen AS Rom und Dynamo Kiew von einem Wurfgeschoss getroffen und musste mit einer Platzwunde vom Platz. © getty
Oliver Kahn traf am 12. April 2000 in Freiburg ein Golfball. Blutüberströmt musste er von Uli Hoeneß zurückgehalten werden, da er völlig außer sich war. © ap
FC Liverpool - AFC Sunderland im Oktober 2009: Ein großer roter Strandball wurde aufs Spielfeld geworfen. Dort landete er im Liverpooler Strafraum, wo der Ball einen Schuss unhaltbar für José Reina abfälschte. Das Spiel endete 0:1.  © getty
Halbfinale UEFA-Cup: Hamburger SV gegen Werder Bremen: Stand 1:2 für Bremen. Diese Papierkugel lenkte einen Ball entscheidend zur Ecke ab, die prompt das 1:3 für die Werderaner brachte. Trotz des Anschlusstreffers drei Minuten vor Schluss schied Hamburg aus. © dpa
Auch Toilettenpapier fliegt regelmäßig auf den Rasen. Hier beim Spiel FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg. Raphael Schäfer, Torhüter des "Clubs", zeigte sich aber unbeeindruckt. © getty
Im Carling-Cup-Halbfinale gegen den Ortsrivalen ManU wurde Craig Bellamy 2010 von einer Münze am Kopf getroffen. Eine heranfliegende Bierflasche flog knapp an ihm vorbei. © getty
Mailänder Derby 2005: Im Champions-League-Viertelfinale wurde AC Milans Torhüter Dida von Leuchtraketen getroffen und sank zu Boden. Das Spiel wurde abgebrochen. © dpa
Neben Leuchtraketen und einer Rumflasche warfen Zuschauer 2006 auch eine Katze auf das Spielfeld: Geschehen beim Derby zwischen Real Betis und FC Sevilla. © dpa
Viele Ratten wurden bei den Florida Panthers ab 1992 aufs Spielfeld geworfen. Grund: Scott Mellanby tötete eine Ratte in der Kabine mit dem Stock und traf danach zwei Mal. 1996 wurde diese Sitte verboten. © dpa
Super-League-Spiel zwischen Luzern und Basel am 7.November 2010: Fans des FC Basel warfen Tennisbälle auf das Spielfeld. Damit sollte gegen die frühe Anstoßzeit der Partie protestiert werden, welche auf Druck des Schweizer Fernsehens und wegen des Finals der Swiss Indoors in Basel vorverlegt wurde. © dpa
Ein Schweinekopf flog im Camp Nou beim "Clasico" zwischen Real Madrid und FC Barcelona aufs Spielfeld. Damit wollten die Fans von Barca ihre Meinung zum Wechsel von Luis Figo von Barcelona zu Real zeigen. © dpa
Stadionsitze sind, besonders in Südamerika, beliebte Wurfgeschosse. Allerdings auch in Europa kommt es vor, dass Sitze aufs Spielfeld fliegen, so auch 2000 beim Spiel Sevilla gegen Atletico Madrid. © dpa
Paul hatte Glück, in einem Aquarium zu leben. In der NHL wurden bei Siegen der Detroit Red Wings Tintenfische regelmäßig aufs Eis geworfen. Das hatte Tradition, da 1952 ein Besitzer eines Fischlokals immer ein Oktopus aufs Feld warf, der für die Play-offs einen Sieg bescheren sollte. Das schwerste Tier wog 25 Kilo. © dpa
Zahlreiche Dildos flogen im Oktober 2008 im Spiel zwischen AIK Stockholm gegen Leksand aufs Eis. Die Fans des Stockholmer Eishockey-Klubs zeigten damit ihren Unmut über Jan Huokko, der sich zum Jahresanfang einen Sexskandal leistete. © dpa

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