EHC-Cracks erwecken den Dolomiten-Vulkan

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Musste doch wieder ausbrechen: Dolomiten-Vulkan Pat Cortina, Trainer des EhC München.

München - Die Vorzeichen standen schlecht für den EHC München gegen die Metro Stars. Die Gäste bissen sich zwar in der regulären Spielzeit die Zähne aus, doch Dolomiten-Vulkan Pat Cortina brodelte dennoch.

„Es gab keinen Grund mehr auszubrechen“, sagte EHC-Trainer Pat Cortina in einem Interview das im Stadionheft vor dem Spiel gegen die Metro Stars aus Düsseldorf am gestrigen Freitagabend (Endstand 2:3 n.P.) abgedruckt war. Denn: Früher ließ er keine Gelegenheit aus, wüste Schimpftiraden von sich zu geben. „Mittlerweile schläft der Dolomiten-Vulkan“.

Doch kurz nach Spielbeginn sah das schon wieder ganz anders aus: Vor der Top-Kulisse von 3.763 Zuschauern flogen die Fetzen. Allerdings nicht aufgrund von Nicklichkeiten auf dem Eis. Nein, dort sorgten beide Mannschaften für großartiges Eishockey.

Vielmehr war Showtime auf der Münchner Bank angesagt: Cortina stauchte den jungen Christian Wichert zusammen und lief rot – man musste Angst um des Trainers Gesundheit haben. Dann war David Wrigley dran. Der brüllte lautstark zurück, ohne Sanktionen, er durfte weiterspielen. Und schließlich flitzte Ryan Ready vom Eis, bog in den Kabinengang ein und traktierte die Wand.

„Der musste Luft ablassen“, so Pressesprecher Emanuel Hugl, der den Ärger Cortinas auf den Punkt brachte: „Pat ärgert sich in der derzeitigen Situation besonders über Fehler weil wir ohnehin einen dezimierten Kader haben. Und da kostet jeder kleine Fehler Kraft.“ Es würde zu weit gehen wieder das ganze Lazarett aufzuzählen, nur soviel: Dylan Gyori spielte trotz Schmerzen aufgrund eines Hexenschusses. „Die medizinische Abteilung hat das hinbekommen“, so Hugl und EHC-Boss Jürgen Bochanski, der das ganze Spiel stehend verfolgte, ergänzte: „Wenn der auch noch ausgefallen wäre, dann hätten wir ja gar nicht antreten brauchen.“

Die Geschichte des überaus kurzweiligen Spiels ist übrigens schnell erzählt: München verpennte wie immer den Beginn, lag schnell bis zur 6. Minute mit 0:2 im Rückstand. Doch angepeitscht von den Fans kam man ebenso schnell durch Überzahltreffer von Dylan Gyori (9.) und Dave Reid (12.) zum Ausgleich.

Dann ging es rauf und runter, beide Teams hatten im weiteren Verlauf viele Möglichkeiten den Siegtreffer zu erzielen. Allein: Beide Torhüter machten sämtliche Chancen zunichte, so dass nach der Verlängerung das Penaltyschießen entscheiden musste.

Dabei vergab Ryan Ready beim Stand von 2:3 die Chance auszugleichen. Fazit: Als Aufsteiger, und mit einem Drittel des Kaders im Krankenstand, hat der EHC den einen Zähler absolut verdient.

Patrik Malberg

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