EHC: Derby-Sieg in der Verlängerung

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Das hartumkämpfte Derby ging in die Verlängerung.

München - Was für ein Derby gegen Augsburg! Leidenschaftliches Eishockey, kuriose Tore und Spannung bis in die Overtime. Und am Ende durften die Fans des EHC München feiern.

Ihr Klub bezwang den Erzrivalen aus Augsburg mit 4:3 nach Verlängerung. Die ausverkaufte Eishalle am Oberwiesenfeld war zum Bersten voll. Der EHC München hatte Heimspiel, obwohl rund 2500 Augsburger zum Derby gekommen waren. Viele über die A8, die seit Mitte der Woche in Richtung München dreispurig befahrbar ist.

Apropos Autobahn: In der pfiffigen Choreographie der Münchner Anhänger vor Spielbeginn überfuhr der EHC-Bus ein Kätzchen, eine Anspielung auf die Augsburger Panther. Und der EHC-Express überrollte die Panther auch auf dem Eis – gerade noch.

EHC-Trainer Pat Cortina hatte seine Mannschaft glänzend ein- und die Reihen umgestellt. Christian Wichert vertrat den gesperrten Ryan Ready im ersten Sturm. Verteidiger Kevin Lavallee spielte Angreifer. Die Münchner konnte an diesem Abend aber nichts schocken, auch nicht Mike Radjas Pfostenknaller in der achten Minute. Und nicht mal, dass man 1:28 Minuten lang mit zwei Mann in Unterzahl spielen musste. Dylan Gyori schnappte sich in der neutralen Zone den Puck und zog noch einen Meter vor der blauen Linie ab – drin (10. Minute)! Nationaltorwart Dennis Endras sah bei diesem abgefälschten Schuss nicht gut aus.

Dann folgte der große Auftritt des Martin Buchwieser, den die Panther in der letzten Saison noch als Förderlizenzspieler in den eigenen Reihen hatten. Mit einem Doppelpack brachte er die Münchner in Richtung Derbysieg. Erst vollendete er einen Konter nach Zuspiel von Eric Schneider grandios ins rechte obere Eck zum 2:0 (25.). Nach dem Anschlusstreffer von Darin Olver (28.), als die Gäste besser ins Derby kamen, schoss er die Hausherren kurios mit 3:1 in Führung (32.). Buchwieser zog auf Höhe der Torlinie ab und überraschte Endras – von dessen Schlittschuh sprang der Puck ins Tor. Buchwieser war nun endgültig zum Fan-Liebling aufgestiegen.

Doch das Spiel nahm jetzt erst Fahrt auf. Im letzten Drittel drehten die Augsburger auf und beschäftigten Sebastian Elwing im Münchner Gehäuse. Der rettete in der 49. Minute gegen Jeffrey Szwez. Doch in der 53. Minute hebelten die Augsburger die EHC-Verteidigung aus und Justin Fletcher schlenzte den Puck über den geschlagenen Elwing ins Netz – nur noch 3:2 (55.). Gleich darauf hielt Jonathan Paiement die Kelle in einen Schlagschuss – der Ausgleich. Danach hielt Endras seine Panther mit einem Monstersave im Spiel. Ein Spiel auf Messers Schneide. Beide Fan-Lager gaben jetzt alles, um ihren Klub zum Sieg zu treiben.

In der Verlängerung erlöste Eric Schneider die Münchner mit einem ansatzlosen Handgelenkschluss.

4:3! Derby-Sieg!

Martin Wimösterer

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