Pagé gefrustet

EHC gescheitert an Trapattoni!

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Nur beim Torschuss in Schieflage: Der Mannheimer Angreifer Simon Gamache.

München - Und wieder sind die Roten Bullen voll hineingetappt: Der EHC RB München kommt mit dem sogenannten Trap-Eishockey (deutsch: Falle) einiger DEL-Teams nicht zurecht.

Am Sonntag verlor Pierre Pagés Mannschaft vor 12 337 Zuschauern mit 0:3 bei den Adler Mannheim. Hans Zach, Neu-Trainer der Badener, ist für sein 4-1-Defensivsystem gefürchtet. Pagé war entsprechend gefrustet: „Das ist Trapattoni-Eishockey!“ Fußballtrainer Giovanni Trapattoni ist für Defensivriegel à la Catenaccio bekannt – und mittlerweile wie aus der Zeit gefallen. Pagé weiß, „das ist ein System mit viel Erfolg“. Aber er verabscheut das Defensiv-Gemauere trotzdem. Es setzt auf Scheibengewinne durch vier Defensiv-Spieler und sucht über Konter den Erfolg. Pagé dagegen sieht den Sport vor allem als Unterhaltung für die Zuschauer an. Er ist ein Verfechter des ästhetischen Angriff-Eishockeys.

Indirekt forderte Münchens Trainer nun die DEL auf, ihr Regelwerk zu überdenken und Innovationen zu wagen. Pagé verwies auf die NFL (American Football), die mit Regeln gegen allerlei Spielverzögerungen vorgehe, und meinte: „Deutschland kann die beste Liga in Europa sein. Sie muss sich entscheiden.“ Er haderte mit aus Münchner Sicht unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen. „Aus meiner Erfahrung scheinen vier Unparteiische auf dem Eis nicht mehr zu sehen als zwei. Meiner Meinung nach funktioniert das nicht. Dafür passiert zu viel. Überall.“ Und so kam es auch am Sonntag. Die Adler, die schlechteste Überzahlmannschaft der Liga, schlugen zweimal nach recht umstrittenen Strafen gegen München zu: Kai Hospelt (30.) erzielte das 1:0, sechs Minuten später legte Jonathan Rheault nach. Erneut Hospelt machte nach 34 Sekunden im Schlussabschnitt alles klar. Pagé nahm auch seine Mannschaft in die Pflicht. Gegen Mannheim und schon in anderen Spielen nach Weihnachten „war niemand bereit. Das ist nicht akzeptabel.“ Zu viele Fehler lähmten das Münchner Spiel. „Wir haben heute nicht gut gespielt“, meinte Stürmer Thomas Merl.

Da brachte auch die tolle Unterstützung der im Sonderzug angereisten 500 EHC-Fans nicht den Erfolg. Darum: Bittere Niederlage für die Münchner im Kampf um Platz sechs! Für den EHC geht es am Dienstag weiter. Die Straubing Tigers kommen zum heißen Derby in die Eishalle (19.30 Uhr). Verteidiger Max Meirandres hält seine Truppe an, „positiv zu bleiben und zusammenzurücken. Wir brauchen eine geschlossene Mannschaftsleistung, um drei Punkte zu holen.“

wim 

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