EHC: Kraft tanken am heiligen Riessersee…

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Manager Christian Winkler, Hotelchef Gert Zinn und Trainer Pat Cortina posieren vor dem See.

München - EHC-Coach Pat Cortina nimmt seine Jungs derzeit in den Übungseinheiten hart ran. Das Trainingslager im Werdenfelser Land war für einige Spieler eine Rückkehr zu ihren Wurzeln.

Hier begann alles. Pat Cortina steht am Ufergeländer und blickt auf den See vor dem Alpenpanorama. 1922 gewann erstmals eine Münchner Eishockeymannschaft einen Meistertitel. Oberhalb von Garmisch-Partenkirchen, auf dem zugefrorenen Riessersee.

Diese Woche war die Profi-Mannschaft um Trainer Cortina aus der Landeshauptstadt zu Gast, zum Trainingslager. Einige Spieler und Verantwortliche des EHC stammen aus dem Werdenfelser Land, sie kehren an ihre Wurzeln zurück. Martin Buchwieser & Co. wohnen aber mit den Kollegen zusammen im Vier-Sterne-Hotel. Doch urlauben ist nicht: Vier Einheiten pro Tag stehen auf dem Programm.

Auch der angeschlagene David Wrigley trainiert mit, sowie Testspieler Andrew McPherson. Der 32-jährige Stürmer war zuletzt für die Hannover Indians aktiv. Er hat Aussichten auf einen deutschen Pass, sagt EHC-Manager Christian Winkler – und nur im Vollzugsfall Chancen auf einen Vertrag bei den Münchnern.

Cortina ist mit der Einstellung seiner Spieler zufrieden. Brandon Dietrichs Knie hielt die Tests aus. Die Laktattests hatten durchgängig gute Ergebnise geliefert, berichtet der Trainer – mit dem Spitzentrio Felix Petermann, Christian Wichert und Förderlizenzler Veit Holzmann. Cortina meint: „Er sieht gut in Form aus. Die Testspiele in den kommenden Tagen werden uns mehr sagen.“

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

Der Trainer plant dafür mit folgenden Reihen: Jason Ulmer und Klaus Kathan, bei denen Cortina eine „gute Chemie“ festgestellt hat, werden mit Noah Clarke antreten. Eric Schneider und Buchwieser erhalten Uli Maurer an die Seite. Dietrich und Bryan Adams treten mit Martin Schymainski an. Wichert spielt mit George Kink, Holzmann oder mit Testspieler McPherson.

In der Verteidigung will Cortina erst einmal die Vorjahresreihen beibehalten: Petermann geht mit Stephane Julien aufs Eis, Johan Ejdepalm mit Dave Reid. Jens Olsson bildet mit David Cespiva die Neulingsreihe. „Beide wollen zur Zeit noch zu sehr zeigen, was sie drauf haben“, meint Cortina. „Was aber zum heutigen Zeitpunkt nicht verkehrt ist.“ Sören Sturm und Förderlizenzler Dennis Schütt bilden das vierte Verteidiger-Duo.

Cortina schätzt, dass die Mannschaft „beim Selbstvertrauen weiter ist als im Vorjahr. Zudem sind wir besser beim Skaten. Und mich freut, dass der Enthusiasmus des Vorjahres wieder da ist.“ Stürmer Clarke sagt, dass die Mannschaft als Mindestziel Platz zehn ausgerufen hat.

Manager Winkler will hart arbeiten und die Fans überzeugen. Der Direktor des Teamhotels sichtete singende EHC-Jogger, die dann im See schwimmen gingen. Sie badeten im Wasser des heiligen Sees. Dort, wo 1922 alles begann.

wim

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