EHC-Manager Kriner: "Ein enormer Schub"

München - Der EHC hat Sommerpause, der kaufmännische Leiter ist schon in der Saison-Vorbereitung. Was er vorhat, sagt Thomas Kriner im tz-Interview.

Ist der 6. Juli eigentlich schon dick in Ihrem Terminkalender eingerahmt?

Kriner: (lacht) Ja. Da habe ich Geburtstag… Ich weiß, worauf Sie hinaus wollten: An diesem Tag ist Vergabe von Olympia 2018 mit München als Kandidat. Das ist wichtig für uns, perspektivisch. Zum einen wegen des neuen Stadions. Zum anderen würde uns als olympische Sportart ein enormer Schub zuteil, aber frühestens in zwei Jahren. Im Moment kümmere ich mich um die laufenden Planungen.

Presse, Marketing, Ticketing – wo müssen Sie ran?

Kriner: Entwicklungspotenzial gibt es im Sponsoringbereich. Die Gespräche mit unseren Partnern verlaufen sehr positiv, aber wir brauchen auch neue: Derzeit führen wir mit einigen namhaften Unternehmen sehr gute Gespräche. Jetzt haben wir den Sommer Zeit , um im Marketing unsere Philosophie herauszuarbeiten.

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

Rollt nun der Rubel?

Kriner: Gut möglich, dass Eishockey mehr in der Stadt angekommen ist. Doch wir haben nicht die Medialisierung wie beim Fußball. Wir müssen Überzeugungsarbeit leisten. Wir laden Firmen auch zu uns ins Eisstadion ein. Die Stimmung in der Halle, das emotionalisiert. Wir wollen auch Leute begeistern, die noch nicht bei uns waren. Wir brauchen Kino-Spots und Plakat-Kampagnen…

Sie wollten dem Verein ein Gesicht geben und Identifikationsfiguren schaffen. Joey Vollmer, in der Stadt wohlbekannt, muss nun gehen.

Kriner: Ich mag Joey sehr, aber so ist der Sport. Wir haben neue Identifikationsfiguren: Kapitän Stéphane Julien, Eric Schneider und auch die jungen Deutschen Martin Buchwieser und Felix Petermann.

Sollten Sie Geschäftsführer Jürgen Bochanski beerben: Was würde sich für Sie ändern?

Kriner: Dass ich die Dinge, die ich plane und operativ gestalte, selber unterschreibe.

Interview: ­Martin ­Wimösterer

Rubriklistenbild: © Imago

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