EHC: Der Meister-Fahrplan

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Am schönsten ist es halt doch daheim… Ein Blick in die Nordkurve der Münchner Olympia-Eishalle.

München - Die Wahrheit liegt auf dem Eis. Am Dienstag Abend (20 Uhr) tritt der EHC München in Schwenningen an. Es ist das dritte Spiel der Meister-Serie.

Wenn München wieder gewinnt, bedeutet das den Titel und die Chance auf den Aufstieg in die DEL. Die Wahrheit liegt aber zu gleichen Teilen auf dem Konto. Denn: Wer in der DEL spielen will, braucht viel Geld – und das hat der EHC bisher noch nicht beieinander… Präsident Jürgen Bochanski weilte am Montag genau wie die Spieler im Olympiapark. Aber während die Truppe sich bei leichtem Training um die Wahrheit auf dem Eis kümmerte, war Bochanski mit dem Kontostand und verwandten Themen beschäftigt. Denn: Die Unterlagen, mit denen man die DEL-Lizenz beantragen kann, müssen bis zum 30. April eingereicht werden.

Dabei geht es unter anderem auch um die Frage, ob die Olympia-Eishalle überhaupt zum Spielbetrieb in der DEL zugelassen wird. Bochanski ist da zuversichtlich: „Das ist kein Problem – zumal hier ja schon früher DEL-Eishockey gespielt wurde und die Olympiapark GmbH das Notwendige tun wird, dies auch nun sicherzustellen.“ Der Knackpunkt, also die wichtigste Station auf dem Meister-Fahrplan, sei „die finanzielle Basis“. Bochanski zur tz: „Wir brauchen eine Million Euro mehr als in dieser Saison. Derzeit sind wir noch ein Stück davon entfernt, diese aufzutreiben.“

Aber der Präsident ist optimistisch: „Wir haben noch zwei Wochen. Das ist unser eigenes Ziel – was aber nicht heißt, dass wir nach diesem Zeitraum nicht noch weiter auf Sponsorensuche gehen.“ Wichtig sei es, „ein glaubwürdiges Budget präsentieren zu können“. Die Basis dafür sei bereits geschaffen. Insgesamt heißt das: Wenn am 2. oder 3. Mai im Hackerhaus an der Theresienwiese die Jahresabschlussparty beziehungsweise Aufstiegsfeier mit Spielern und Fans steigt, wird noch nichts in trockenen Tüchern sein.

Klar ist nur: Der EHC will den Aufstieg, unbedingt! Details sind in unmittelbarer Zukunft nicht zu erwarten – jedenfalls nicht von Seiten der Klub-Verantwortlichen… Bochanski: „Wenn wir in Schwenningen gewinnen, dann werden alle erst mal 24 Stunden nicht per Telefon zu erreichen sein. Wir brauchen eine Verschnaufpause. Und dann beginnt unser Manager Christian Winkler sofort mit den Vertragsverhandlungen für die nächste Saison.“

Übrigens: Trotz Handy-Boykott können die EHC-Fans ganz dicht am Geschehen dran sein. Nicht nur beim Spiel in der Halle (drei bis vier Stunden Anfahrt) – sondern auch am Mittwoch in aller Herrgottsfrühe. Denn: Für den Fall eines Sieges in Schwenningen ist am Mittwochmorgen gegen sechs Uhr an der Olympia-Eishalle ein Empfang für den EHC geplant. Ob es dazu tatsächlich kommen wird? Bochanski ist auf alle Fälle guter Dinge, schon aufgrund der Erfahrungswerte: „Wir sind in beiden Spielen gegen Schwenningen die bessere Mannschaft gewesen…“

Matthias Würfl

Quelle: tz

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