Wycisk – der stille Anführer

München - Austin Wycisk gehört zu den Leistungsträgern des EHC München. Auf dem Eis trumpft der Stürmer groß auf, abseits dagegen ist er ein ganz stiller Zeitgenosse.

Austin Wycisk steht vor dem Schlägerregal in den Katakomben der Eishalle. Es sind noch gut 40 Minuten bis zum Training des EHC München, Wycisk geht an die Feinheiten. Er fieselt am weißen Tape seines Schlägers, zupft noch mal daran und überprüft den Halt. Diese Szene sagt viel aus über den Charakter des Stürmers. Manager Christian Winkler schätzt Wycisk als „prädestinierten Mannschaftsspieler, der auch auf die kleinen Dinge Wert legt“.

Dinge, die nicht sofort auffallen, aber die Mitspieler besser aussehen lassen. David Wrigley, den besten Torschützen des EHC, zum Beispiel. Meist spielen die beiden Kanadier in einer Reihe zusammen. Dass Wrigley so glänzt, liegt auch an Wycisks Vorarbeit. Wycisk sagt nur: „Wir spielen nun schon länger zusammen und ergänzen uns ganz gut. Ich sehe zu, dass ich zum Tor ziehe und meinen Mitspielern Platz schaffe.“ Bis vor Kurzem musste Wycisk verletzungsbedingt sieben Wochen pausieren. Cortinas Gesicht sprach Bände, als er sagte: „Der Ausfall wiegt schwer. Austin ist ein silent leader.“

Wycisk, der stille Anführer. Der Stürmer ist nicht der Lautsprecher in der Kabine und redet auch im Interview leise, vorsichtig und prägnant. Er lässt Leistung sprechen und zieht so die Mannschaft mit. Womöglich sogar in die DEL, wie er hofft: „Wir haben noch viele Spiele vor uns, doch wir haben gute Chancen, den Weg bis zum Ende zu gehen.“ Die Erfahrung, die die Münchner in der vorigen Saison gesammelt haben, machten den EHC nun stark genug, meint Wycisk. „Wir haben auch einige Schlüsselspieler zum eingespielten Team hinzugenommen.“ Patrik Vogl und Daniel Hilpert nämlich, mannschaftsdienliche Spieler wie Wycisk abseits des Rampenlichts.

Am Sonntagabend gastieren die Münchner bei den Lausitzer Füchsen, einer Mannschaft aus dem Tabellenmittelfeld. Die Füchse sind das viertbeste Heimteam der Liga, noch vor Meister Bietigheim. „Gegen die tun wir uns immer schwer“, erinnert sich Wycisk, „besonders auswärts. Wir müssen auf der Hut sein.“

wim

Quelle: tz

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