Tausche Zähne gegen Erfolg …

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EHC-Kapitän Chris Bahen.

München - Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land? Ehrlich gesagt: Wir wissen’s nicht. Aber wir wissen, wer NICHT der Schönste ist. EHC-Kapitän Chris Bahen grinst.

 „Im Moment ist der Blick in den Spiegel ­eine Katastrophe…“ Der Kanadier hat zwar fraglos ein attraktives Gesicht, könnte auch gut in Werbespots für Rasierapparate oder Anti-Aging-Creme mitspielen, doch im Moment bekäme er keine Rolle… Zwischen seinem Oberlippenbart und den Augen ist zwar alles picobello, aber drumherum zerschneiden Cuts und Kratzer das Gesicht. Die Saison hinterlässt ihre Spuren – und in den Playoffs geht’s besonders zur Sache. Am Freitag (20 Uhr, Olympia-Eishalle) steht Spiel fünf gegen Ravensburg auf dem Programm, da könnte der EHC den Finaleinzug klarmachen.

Mit Bahen, mit seinem vollen Einsatz. Knapp zwei Monate ist es her, da brach ihm ein Puck den Unterkiefer – und acht Zähne waren auch weg. Seitdem trägt Chris einen erweiterten Gesichtsschutz. Er erzählt: „Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Ich muss einfach spielen!“ In der Dienstags-Partie in Ravensburg dann der nächste Aufreger: Bahen landete nach einem Check von hinten mit Gesicht vo­raus an der Bande. Zwei neue Cuts, „die schmerzen noch ein bisschen und meine Wange ist auch noch taub“. Aber Bahen jammert nicht gern. Er sagt lieber Sachen wie: „So ist das im Playoff-Eishockey eben, mit wenigen Torchancen und vielen Checks.“

Bahen trägt schließlich Verantwortung: Er ist der Kapitän – und wenn er sich beklagen würde, dann wäre das ein falsches Zeichen an die Mannschaft. Darum spielte Chris am Dienstag nach einer kurzen Behandlungspause auch weiter und schoss zwölf Minuten vor Schluss das 1:0. Trainer Pat Cortina lobte nach der Partie: „Chris hat exzellent gespielt.“ Wenn es drauf ankomme, steigere sich Bahen immer noch einmal – so wie Cortina das auch erwartet. Jetzt sagt Bahen: „Das Freitagsspiel wird das schwerste der Serie. Jetzt kommt es darauf an, die Schlacht anzunehmen.“ Bahen weiß, wovon er spricht. Er sieht es jeden Tag im Spiegel.

wim

Quelle: tz

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