"Kann ich mir vorstellen"

Meistercoach Sundblad zeigt Interesse an EHC-Job

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Niklas Sundblad ­gewann in dieser Saison den Titel mit dem ERC ­Ingoldstadt im Finale gegen die Kölner Haie.

München - Wird’s bald meisterlich in München? Gut möglich, denn Ingolstadts Meistertrainer Niklas Sundblad hat großes Interesse am EHC RB München!

„Ich kann mir vorstellen, beim EHC Trainer zu sein. Das ist ein großer Verein“, sagte Sundblad am Mittwochmittag der tz und stieg danach gemeinsam mit dem Nationalmannschaft-Tross in den Flieger in Richtung Minsk. Dort startet Deutschland am Samstag (12:45 Uhr, Sport 1) mit dem Spiel gegen Kasachstan in die Weltmeisterschaft. Sundblad fungiert als Assistenztrainer an der Seite von Bundestrainer und Ex-EHC-Coach Pat Cortina.

Am Dienstag teilte der ERC Ingolstadt via Pressemitteilung mit, dass man sich mit Meistertrainer Sundblad nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnte. Sundblad und sein Management hätten mehrere Fristen unbeantwortet verstreichen lassen. Dabei habe man laut ERC-Pressesprecher Claudius Rehbein das Vertragsangebot über zwei Jahre sogar finanziell „nachgebessert“ und „Grenzen überschritten“. Dem Vernehmen nach hätte sich das Jahressalär auf eine niedrige sechstellige Summe belaufen. Die Panther hätten gerne mit ihm weitergearbeitet, aber irgendwann müsse man eben auch planen. So weit, so gut, so verständlich. Überraschend ist jedoch Sundblads Reaktion. „Ich habe vor dem Spiel gegen die USA aus der Pressemitteilung davon erfahren. Das ist sehr schade, der Vertrag ist perfekt, ich hätte heute zugesagt. Jetzt stehe ich als der Geldgeile da“, so Sundblad zur tz. Klar, er habe auch zu anderen Vereinen, darunter der EHC München, Kontakt gesucht. Aber das sei in diesem Geschäft üblich.

"Der EHC ist eine Topadresse"

Dass die Verhandlungen trotz beiderseitigen Liebesbekundungen nun so abrupt beendet wurden, ist für den Außenstehenden nur schwer nachzuvollziehen. Plötzlich vertraglos findet Sundblad jedenfalls viel Gefallen an München: „Der EHC ist eine Topadresse“, versichert der 41-Jährige. „Man will dort etwas aufbauen. Es gibt bereits die Jugendakademie, vielleicht bald eine neue Halle. Für einen jungen Trainer wie mich, wäre das eine tolle Möglichkeit.“ Seitens des Vereins wollte man sich auf tz-Nachfrage nicht äußern. Ein konkretes Angebot liegt Sundblad, der noch andere Trainer in der Verlosung vermutet, auch noch nicht vor. Sollte sich diese Situation ändern, stünde er bereit, trotz des WM-Fokus. Sein Agent könne ihn auch in Minsk telefonisch erreichen.

Vielleicht ist der Weg aber auch viel kürzer, schließlich gehören sowohl Co-Trainer Helmut de Raaf als auch, und das ist viel wichtiger, EHC-Manager Christian Winkler zum DEB-Tross in Weißrussland. Sundblad hatte zuletzt immer wieder betont, auch weiterhin in Deutschland arbeiten zu wollen. Mit dem Meistertitel im Gepäck kommt für den Schweden wohl nur ein Spitzenklub infrage. Neben dem EHC suchen derzeit vor allem die Adler Mannheim einen neuen Trainer. Dort soll aber Sean Simpson hoch im Kurs stehen. Der 54-jährige Kanadier betreut in Minsk die Schweiz, beendet dieses Engagement aber nach der WM. Vielleicht haben Sundblad und Simspon bei ihrem Aufeinandertreffen am 14, Mai also beide schon einen neuen Job gefunden.

Mathias Müller

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