EHC lässt's klingeln!

Erst Massenschlägerei, dann Glockenspiel

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Wüstes Getümmel auf der Wolfsburger Bank.

München - Kling, Glöckchen, klingelilingeling. Sieben Minuten vor Spielende holten die Fans des EHC München Glöckchen aus ihren Taschen und sangen freudentrunken.

Ihre Mannschaft hatte es zuvor nämlich auch klingglöckchen-klingeln lassen – im gegnerischen Kasten. Im letzten Spiel vor den Feiertagen besiegte Pierre Pagés Mannschaft die Düsseldorfer EG mit 5:2.

Und weil es gerade so lustig war, feierten die Münchner nach der Partie weiter. Ran ans Mikrofon zur Humba durfte diesmal: Danny Bois. Die Fans hatten ihn gefordert. Nachträglich. Denn seine wahre Heldentat, die der EHC vor und nach dem Spiel auf dem Videowürfel einspielte, hatte er bereits am Freitag abgeliefert: Eine kühne Prügeleinlage, die man in dieser Form praktisch nie sieht.

Ein Gegenspieler war ihn mit dem Schläger angegangen, Bois stürmte ihm wie ein wilder Stier bis auf die Spielerbank nach. Er drosch los und ließ sich auch von der Gegenwehr von sechs Grizzlies nicht bremsen. Danach gab es eine Massenschlägerei. Weihnachten, Fest der Nächstenliebe, Verzeihung: nächsten Hiebe. Punches statt Punsch.

Nein, als Sheriff fühlt er sich nicht, sagte Bois, aber als einer, der halt die Drecksarbeit macht. Felix Petermann lobte seinen Teamkameraden als „wahnsinnig wichtigen Spieler. Es ist hervorragend, so einen Spieler im eigenen Team zu haben.“

Petermann sagte auch, dass auch der Tabellenletzte Düsseldorf nicht auf die leichte Schulter zu nehmen war. Die DEG hatte 34 Schüsse – „für unsere Verhältnisse sehr viel“, wie DEG-Coach Christian Brittig sagte. Doch der EHC-Sieg ging dennoch völlig in Ordnung.

Danny Bois wurde am Freitag in Wolfsburg mit einer Matchstrafe belegt.

Darren Haydars feines Auge zeigte ihm Alex Barta offen. Der Pass quer durchs Drittel kam an. Barta zog zum 1:0 ab (6.). Das Spiel plätscherte ins zweite Drittel. Dann legte der EHC entschlossen nach. Uli Maurer zog aus fünf Metern einfach Mal ab – 2:0. 24 Sekunden war da erst wieder gespielt. Drei Minuten später erhöhte Matt Smaby.

Das zwischenzeitliche 1:3 durch Ken Andre Olimb steckten die Münchner locker weg – und stellten eine Minute später wieder die Drei-Tore-Führung her (27.). Bernhard Keil hatte abgestaubt. Düsseldorfs Bostrom (30.) verkürzte auf 2:4.

Der EHC hatte noch weitere Tore auf dem Schläger. Etwa bei Thomas Merl Schuss, der abgefälscht an den Pfosten knallte. Den Sack zu machte Haydar (45.), als er nach Toni Ritters schönem Konterlauf einschoss zum 5:2, dem Endergebnis.

Beim EHC ist die Stimmung wieder glänzend. Klar, nach dem achten Sieg in den vergangenen zehn Spielen! Die direkten Playoffplätze sind in Reichweite. Da haben sich Reimer & Co. das Weihnachtsmahl richtig verdient. Pagé meinte: „Es ist Weihnacht-Time – gefährlich.“ Und fügte an: „Gut, dass der Truthahn in Europa kleiner ist.“

EHC München – Düsseldorfer EG 5:2 (1:0, 3:2, 1:0)

Tore: 1:0 Barta (05:38), 2:0 Maurer (20:24), 3:0 Smaby (23:57), 3:1 Olimb (25:56), 4:1 Keil (26:19), 4:2 Bostrom (29:43), 5:2 Haydar (44:15).

Schiedsrichter: Piechaczek/Zehetleitner.

Zuschauer: 3458.

wim

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