Deftige Watschn vom Chef?

EHC-Spieler verstoßen gegen Regelkatalog

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Christian Wichert (l.) und Martin Buchwieser

München - Erst die Schwaben-Watschn von den Augsburger Panthern, jetzt die nächste Ohrfeige vom EHC-Chef? Einige Münchner Spieler haben gegen den Regelkatalog verstoßen.

EHC-Manager Christian Winkler hatte noch gewarnt: „Wenn wir nicht jedes Spiel vollen Einsatz zeigen, werden wir Watschn kriegen.“ Aber schon am zweiten Spieltag? Und ausgerechnet im Prestige-Derby gegen Augsburg? Die 0:2-Watschn war saftig – und für die EHC-Spieler hoffentlich lehrsam.

„Klar ist der Trainer laut geworden“, räumte Verteidiger Sören Sturm später ein. Vor der versammelten Presse war Cortina leise, aber prägnant. Er sprach seiner Mannschaft jedes Kampfniveau ab, das es gerade in Derbys braucht. Einen Punkt aus zwei Heimspielen, gegen erwartbar gleichwertige Gegner – nicht viel. Das Spiel in Hamburg fand nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe statt. Cortina störten aber weniger die Niederlagen: „Man kann verlieren – es kommt aber drauf an, auf welche Weise.“ Gegen Augsburg sei die Leistung „nicht akzeptabel“ gewesen.

Verteidiger Sturm erinnerte der Auftritt im Derby stark an die Vorsaison, als dem EHC häufig der „Biss“ fehlte. Sturm: „Wir sind eine Arbeitermannschaft. Wenn wir das nicht abrufen können, wird es schwer für uns.“ Der Verteidiger räumt auch eine „Torschwäche“ ein. Den abgewanderten Eric Schneider konnte der klamme Klub nicht ersetzen. „Klar fehlt Eric“, sagt Sturm. Schon im Vorjahr knauserte der EHC mit Toren und auch heuer erkennt Cortina: „Aus irgendwelchen Gründen glauben wir, wir müssten schön spielen. Nein! Wir müssen effektiv und einfach spielen.“ Cortina wird jetzt vor allem am Kampfniveau arbeiten – „das ist das Fundament. Um das Taktikzeug mache ich mir keine Sorgen. Alles kommt mit der Einstellung.“

Aber ob die Einstellung stimmt? Sturm war neben Toni Ritter der Einzige, der sich nach der Pleite den Fragen der Presse stellte. Alle anderen verschwanden kommentarlos aus der Halle. Dabei verstoßen die Spieler nach tz-Informationen eindeutig gegen einen Punkt des Regelkatalogs, den der EHC (in Erinnerung ans ­Vorjahr) neu erließ. Man kann sich denken, wie die Disziplinfanatiker Winkler und Cortina das finden. Sehr wahrscheinlich, dass es nach der Schwaben-Watschn gleich noch eine Chef-Watschn hinterher setzte...

wim

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