Cortina rüffelt die EHC-Stars

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Trainer Pat Cortina rüffelte seine Stars.

München - Keine Punkte, aber jede Menge Zoff hat sich der EHC München am Freitag in der Olympiaeishalle erspielt. Trainer Pat Cortina war richtig sauer.

Im prestigeträchtigen Derby gegen den SC Riessersee setzte es vor über 4200 Zuschauern eine 2:3-Pleite. Präsident Jürgen Bochanski nahm es noch ganz gelassen: „Wir haben hier eine super Veranstaltung im Sinne der Unterstützung der Olympiabewerbung hingelegt. Und in einem Spiel muss es immer einen Sieger geben. Diesmal waren es halt nicht wir.“

Ganz anders hingegen Trainer Pat Cortina, der beim Gästetreffer zum Zwischenstand von 1:3 regelrecht ausflippte und seine Spieler anbrüllte: „Dreimal habe ich es ihnen diese Woche erklärt, am Dienstag, am Donnerstag und heute: Wir dürfen die Scheibe nicht während eines Angriffs an der gegnerischen blauen Linie verlieren.“ Und wie verhielten sich seine Mannen? „Das ist alleine im zweiten Drittel sechsmal passiert“, schnaubte der Italo-Kanadier noch nach der Pressekonferenz.

Doch der miesen Vorstellung nicht genug: Die Mannschaft wirkte müde, unausgeschlafen und ideenlos. Die Scheibe wurde immer tief ins gegnerische Drittel geschossen, nur gelang es keinem der Stürmer, die Garmischer Hintermannschaft zu überlaufen und sich festzusetzen. Schlafmützeneishockey! Gerade so, als ob fast das komplette Team bis in die Morgenstunden den Auftritt der kanadischen Eishockeymannschaft bei Olympia verfolgt hätte. Cortina grummelnd: „Das kann sein, aber wenn das wirklich der Fall ist, haben wir ein Problem. Ich kann das nicht kontrollieren.“

Was für ein blöder Freitag. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Top-Stürmer Neville Rautert bei einem Check gegen die Bande und musste am Sonntag beim 3:1-Sieg in Hannover passen. Ein anderes Problem hingegen ist vertagt worden: Die Personalie von Pressesprecher Carsten Zehm. Dieser hatte seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt. Klubchef Bochanski sprach ein Machtwort: „Ich habe den Rücktritt per E-Mail mitbekommen und mit Carsten Zehm, der immer eine gute Arbeit geleistet hat, telefoniert. Das Ergebnis ist, dass wir uns nach der Saison noch mal zusammensetzen wollen.

Matthias Würfl

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