EHC München

Virus-Derby: Jetzt ermittelt die DEL!

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Mike Kompon vom EHC München fährt im Olympia-Eisstadion in München (Bayern) über das Eis. (Archivbild)

München - Die DEL hat ein Verfahren gegen Ingolstadt eingeleitet, weil die Panther den EHC München in einer Pressemitteilung an den Pranger gestellt haben. Die Münchner hätten dadurch einen Imageschaden erlitten.

So bitter kann es laufen: „Eigentlich machte keiner was falsch“, findet Jörg von Ameln. Doch alle Beteiligten haben viel verloren. Es geht um das Virus-Derby, bei dem Ingolstadt beim EHC RB München elf Stammspieler krank ausfielen, den Regularien entsprechend aber gespielt wurde. Nun hat das Derby für die Panther ein Nachspiel. Die Liga hat ein Verfahren gegen sie eingeleitet, das sie bis zu 50.000 Euro Strafe kosten kann!

Von Ameln, Spielbetriebsleiter der DEL, bestätigt der tz das eingeleitete Verfahren, denn einen Fehler gab es aus seiner Sicht dann doch: Eine Pressemitteilung, die die Panther in den Stunden vor dem Spiel in den Umlauf brachten. Inhalt: Der EHC hatte dem Wunsch nach einer Spielverlegung nicht entsprochen. Panther-Sprecher Bernhard Enzinger fand die Situation „recht schwierig und einmalig. In der Meldung nennen wir Fakten“, ohne die sich „jeder gefragt hätte, warum nur 13 Spieler auf der Aufstellung stehen.“ Der Klub nahm die Meldung auf DEL-Wunsch von der Homepage und gibt nun eine Stellungnahme ab.

"Die Münchner haben einen Imageschaden erlitten"

Von Ameln geht es um Ton und Wirkung der Meldung. Er meint: „Man prangert keinen an.“ Weil dies aber geschehen sei, „verstößt die Pressemitteilung gegen den Gesellschaftsvertrag“. § 6 verpflichtet die Partner (Klubs und Liga) zu fairen Umgang miteinander, keiner solle sportlichen oder wirtschaftlichen Schaden erleiden. Von Ameln meint: „Die Münchner haben einen Imageschaden erlitten.“ Gerade auch, weil die Agenturen die Meldung recht einseitig aufgriffen („Kein Mitleid“). Der EHC, als Red-Bull-Klub ohnehin Zielscheibe, wird nun, ob berechtigt oder nicht, in Foren und Artikeln als „unsportlich“ dargestellt. Übel für den Image-bedachten Konzern, der die Partie wegen des organisatorischem Drumherum vier Stunden vor Spielbeginn nicht absagte.

Dass Ingolstadt nun auch noch ein Verfahren bekommt, wird die Sache für die RB-Verteufelnden nicht besser machen. Auch nicht, dass von Ameln „selbst tätig“ wurde und nicht etwa die Münchner. Der Spielbetriebsleiter, der durch die Panther-Mitteilung „auch die Liga angegriffen“ sah, ruft zur Mäßigung auf. Man dürfe um das Virus-Derby „keine Moraldiskussion führen“, man müsse sich an bestehende Regeln halten. „Diese moralisch in Frage stellen“, sagt von Ameln lachend, „das wäre, als ob der Papst über die zehn Gebote diskutieren würde“.

WIM

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