EHC-Pressesprecher Hugl: „Die DEL ist für fast alle Neuland…“

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sampPressesprecher Emanuel Hugl war früher beim TV-Sender Premiere (jetzt Sky) tätig.

München - Im Interview spricht Emanuel Hugl, der neue Pressesprecher über die Herausforderungen beim EHC München.

Am Ende der letzten Saison kam beim EHC München miese Stimmung auf. Grund war das zerrüttete Verhältnis zwischen Vorstand Jürgen Bochanski und dem damaligen Pressesprecher Carsten Zehm, die Fans schlugen sich auf die Seite von Zehm. Doch das ist Vergangenheit. Der neue Mann ist Emanuel Hugl (41). Wir sprachen mit dem Pressesprecher, der am Freitag erneut eine gute Meldung unters Fanvolk bringen konnte: Mit FTI-Touristik hat der Verein einen neuen Premiumsponsor gefunden.

Herr Hugl, welche Schuhgröße haben Sie?

Hugl: Dafür, dass ich ziemlich groß gewachsen bin und nicht auf großem Fuß lebe, eigentlich keine allzu große: 45.

Sie wundert dieser Gesprächseinstieg nicht?

Hugl: Keinesfalls. Ich bin mir sicher, dass sich das im Laufe des Gesprächs aufklären wird. Was mich viel mehr wundert ist, dass Sie den Pressesprecher interviewen. Normalerweise dreht es sich ja um Spieler, Trainer, Manager und Vorstand.

Am Ende der letzten Saison gab es das Hickhack um Ihren Vorgänger Carsten Zehm. Mit meiner Frage nach der Schuhgröße wollte ich übrigens auf die großen Fußstapfen hinaus, die ihr Vorgänger hinterlassen hat…

Hugl: Ich schaue nicht nach hinten, sondern nach vorne. Ich bin mir aber sicher, dass bei der Arbeit, die Carsten Zehm für den Verein vollbracht hat, alles seine Richtigkeit hatte. Jeder hat seinen eigenen Stil und ich denke, dass ich mit meiner Erfahrung und meinem Selbstbewusstsein den Job auch sehr gut hinbekomme.

Sie sind jetzt seit etwa fünf Wochen an Bord…

Hugl: …und es war ein harter Start. Ich musste, aus meiner Sicht, im Verein bei null anfangen. Ich kannte keine Spieler und auch nicht die vielen ehrenamtlichen Helfer, die wirklich viel Freizeit für den Verein opfern. Aber es reizt mich, so etwas anzupacken.

Kennen Sie denn schon die Rückennummern der Spieler auswendig?

Hugl: Ein „Ja“ wäre jetzt eine Lüge. Aber es ist für mich nicht entscheidend, dass ein Felix Petermann mit der 43 spielt. Vielmehr zählt, wie wir im Verein miteinander auskommen. Und da muss ich aufpassen, dass ich nicht ins Schwärmen komme, weil das Zwischenmenschliche und das Teamwork mit den anderen Abteilungen einfach grandios sind.

Neuen im Team wird gerne ein Streich gespielt…

Hugl: Das ist noch nicht geschehen. Man muss sich auch erst langsam aneinander herantasten. Die Spieler, die im Kader geblieben sind, kannten meinen Vorgänger teilweise über viele Jahre. Da kann ich mich nicht hinstellen und sagen: Hier bin ich und bin mit jedem gleich bester Freund.

Einen Vorteil haben Sie Ihrem Vorgänger gegenüber. Der ist nämlich strikter Antialkoholiker. Wenn Sie dies nicht sind, dann könnten Sie bei einem Kabinenfest vielleicht bei dem einen oder anderen Spieler punkten…

Hugl (lacht): Halt! Das würde ja heißen, dass die Spieler Alkoholiker sind. Spaß beiseite: Ich werde sicherlich das ein oder andere Bier mit den Spielern heben. Aber ich weiß natürlich auch, wo die Grenze verläuft. Wenn ich bei der Mannschaft bin, dann in erster Linie als Pressesprecher.

Bei einem unserer letzten Telefonate haben Sie geschnauft, es sei so viel zu tun…

Hugl: Das stimmt. Es hängt damit zusammen, dass die DEL für fast alle Neuland ist. Und wir wollen manche Dinge verbessern. Zum Beispiel das Stadionheft und die Homepage sollen einen kleinen Relaunch erfahren. Dann gilt es, den Presseraum aufzupolieren und eine neue Anzeigentafel kommt auch. Und das alles läuft neben dem normalen Tagesgeschäft.

Wie funktioniert das Zusammenspiel mit den Basketballern des FC Bayern, die ja nun auch in der Halle ihre Heimat haben?

Hugl: Wir versuchen, die bestmöglichen Synergien zu schaffen. Das fängt beim VIP-Raum an und endet beim Presseraum. Wir haben hier keine Köln Arena. Aber es macht Spaß, zu improvisieren, kreativ und schnell zu handeln. Interview: Matthias Würfl

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