Die EHC-Rebellen sind am Ruder...

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EHC-Coach Pat Cortina.

München - Am Freitag geht’s endlich los: Der EHC München startet in Krefeld (19.30 Uhr) in seine zweite DEL-Spielzeit. Was da alles passieren wird? Ein satirischer Ausblick in die Zukunft -der EHC-Prognonsens.

September: Der EHC wird im Vorfeld über den Schellenkönig gelobt. Manager Christian Winkler genervt: "Ich will das nicht mehr hören." Ein toller Slogan, findet Ohropax und wird Namenssponsor. Der EHC holt mit dem Geld, um ein bisserl unbeliebter zu werden, Louis van Gaal als Co-Trainer. Doch der wird gleich zum Chef: Die Kanadier bitten um Freigabe, sie alle haben "einmalige Angebote" von Colleges. Wegen Streitigkeiten mit van Gaal macht auch noch der letzte Kanadier, Stephane Julien, den van Bommel und geht nach Schwenningen. "Das klingt wie mein Geburtsort Shawinigan."

Oktober: Winkler braucht schnell Ersatzspieler, er wälzt sein Telefonbuch. Joey Vollmer kommt zurück und wird neben Fabian von Schilcher Torjäger. Und Winkler hat weitere Geheimwaffen: Peter Maffei und Peter Krauss treten vor den Heimspielen gemeinsam in der Eishalle auf. Winkler: "Seit die Kanadier weg sind, haben wir nur verloren. Wir brauchen etwas, um in Fahrt zu kommen. Wie ein Panzer halt. Und da passt Krauss-Maffei einfach."

November: Doch bald kracht’s. Irgendjemand beim EHC hatte das Kleingedruckte im Vertrag übersehen, wonach die Spieler auch auf dem Eis die Stöpsel des Sponsors tragen sollen. Der EHC stürzt wegen der saftigen Vertragsstrafe in finanzielle Probleme. Angeblich haben arabische Investoren Interesse. Sechzig-Investor Ismaik wurde beim EHC gesichtet  - nein, es war nur Doppelgänger Cortina, der Spieler für sein College beobachtete. Er vermittelt Buchwieser und Petermann zum NHL-Klub Toronto.

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

Dezember: Der EHC muss trotz der Ablösesummen sparen, die Cracks bekommen weniger Lohn. Stürmer Kathan: "Kenn i scho aus Hannover." Erfreulich: Die Bundesregierung vermittelt dem Panzer unter den DEL-Klubs ein fürstlich bezahltes Freundschaftsspiel in Saudi-Arabien. Und der EHC spart sich Arztkosten: Blues-Sänger Willy Michl beschwört die Eisgeister in der Eishalle, das Ende der Verletztenmisere. Und an der Isar flimmert wieder ein Keim Hoffnung...

Januar: ...denn der Investor gibt sich zu erkennen: Die libyschen Rebellen. Ihre Begründung: "Gaddafi hatte mal in Iserlohn investiert. Das können wir auch. Und außerdem wollen wir Libyer uns noch wegen des Benehmens des Gaddafi-Sohnes in München entschuldigen."

Februar: Die Libyer sind geschockt vom herrischen Führungsstil des EHC-Trainers van Gaal und holen in ihrer letzten Amtshandlung Cortina zurück. Der ist mittlerweile auch deutscher Nationaltrainer, hat einen gewissen Kevin Lavallee getestet und verpflichtet ihn für den EHC. Köln-Coach Krupp: "Cortina nimmt ganz klar Vorteil aus seiner Doppelfunktion."

März: Das verflixte zweite Jahr schlug beim EHC gnadenlos zu, der Klub verpasst die Playoffs. Doch die Fans sind weiterhin gekommen - knapp 4000 waren es wieder im Schnitt. Trotz Krauss-Maffei. "Die Zahl kann sich wirklich hören lassen", sagt Winkler. Aber nur ohne Ohrenstöpsel.

wim

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