Buchwieser in Hamburg beleidigt

EHC: Ruhe an der Nörglerfront, bitte!

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Martin Buchwieser wurde in Hamburg beleidigt

München - Martin Buchwieser wurde vor einigen Wochen in Hamburg beleidigt und vom Freezers-Maskottchen als "Dummkopf" beschimpft. Das passt den EHC-Verantwortlichen überhaupt nicht.

Der EHC vor ein paar Wochen in Hamburg: Auf einem Plakat ist ein Pfeil in Richtung Martin Buchwieser, auf einem anderen Plakat steht „Dummkopf“. Manche finden das lustig, andere sehen die Grenze zur Beleidigung überschritten. Zumal nicht Fans die Plakate hochhielten, sondern die offiziellen Maskottchen der Freezers. Der EHC beschwerte sich nicht, aber am Mittwoch (19.30 Uhr, Eishalle) sind die Hamburger in München zu Gast – dann soll es eine sportliche Antwort geben.

Manager Christian Winkler meinte damals nur: „Ich kann nur sagen, dass Martin sicherlich schlauer ist als so mancher Hamburger Spieler.“ Buchwieser ist ein ruhiger Typ. Vor dem Nachmittagskaffee mit den Kollegen sagt der EHC-Kapitän: „Mei, soll jeder machen was er für richtig hält…“

Die Hamburger Aktion blieb aber nicht der letzte Fall, bei dem sich andere DEL-Klubs auf Kosten des EHC profilieren wollten. Eins haben alle Fälle der letzten Wochen gemeinsam: Es geht ums Image, ums Ego, ums Geld.

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

Beim Gastspiel des EHC in Hamburg feierte das neue Freezers-Maskottchen Stanley Premiere. Da war der Plakat-Scherz ein Auftaktknaller, für den Buchwieser herhalten musste.

In Hannover ätzten Manager und Trainer gegen Pat Cortinas Arbeit als Bundestrainer, weil er für den Deutschland-Cup in München (9. bis 11. November) nicht Hannover-Keeper Pätzold nominierte. Cortina reagierte darauf nun mit Unverständnis: „Es ist doch klar, dass es bei Nominierungen zu Härtefällen kommt. Aber ich kann nicht jeden glücklich machen, das ist auch nicht meine Aufgabe!“

Bleibt noch Ingolstadt: Da lästerten sie über die Stimmung in der Münchner Eishalle – man muss wissen, dass sich die Einzugsgebiete der beiden Klubs überschneiden.

„Wir werden uns nicht auf solches Niveau begeben, sondern die Antwort anders geben“, sagt Winkler. Vielleicht schon am Mittwoch gegen Hamburg. Buchwieser: „Ich schieße gerne Tore, gerade wenn so was war. Aber leicht wird es nicht. Hamburg hat eine super Mannschaft.“ Auch Winkler weiß das. Er sagt zu den drei Spielen vor der Länderspielpause: „Sechs Punkte, dann bin ich zufrieden.“ Am Donnerstag soll Blake Wheeler einfliegen. Winkler: „Wenn nicht noch der Hurrikan dazwischenfunkt…“

wim

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