EHC: Schwalbenzoff mit den DEG Metro Stars

München - Volle Konzentration hieß es am Donnerstag beim EHC München. Denn im Heimspiel am Freitag geht es um eine Menge. Doch ausgerechnet jetzt kommt der EHC "auf dem Zahnfleisch daher".

Der Tabellenfünfte empfängt den Tabellenachten Düsseldorf, nur zwei Punkte trennen die Kontrahenten. Manager Christian Winkler: „Düsseldorf ist sicher Favorit, wir kommen wegen unseren Verletzten auf dem Zahnfleisch daher.“ Die Spieler sollten sich konzentrieren, hieß es, und deshalb keine Interviews geben.

Die Düsseldorfer dagegen reden – und ätzen in Richtung EHC. „Gegen München haben wir noch eine Rechnung offen“, sagt DEG-Trainer Jeff Tomlinson. Wegen des 3:0-Erfolgs der Münchner im Hinspiel. Vor allem aber ging es Tomlinson um die 28. Minute. Der EHC führte bereits 2:0, Neville Rautert war an der Bande in Scheibenbesitz. Dann kam Mark Murphy und checkte den Münchner von hinten. Rautert flog mit dem Kopf mit voller Wucht ins Plexiglas. „Wie ein Crash-Test-Dummy“, sagte EHC-Manager Christian Winkler später. Rautert ging K.o., blutete und musste vom Eis eskortiert werden. Diagnose: eine schwere Gehirnerschütterung. Und die könnte zu Folgeschäden oder gar dem Karriereende führen. Rautert soll auf Rat von Arzt und Manager bis zur Ligapause Mitte November pausieren, 13 Spiele insgesamt.

Aggressor Murphy wurde von der Liga für acht Spiele gesperrt – und DEG-Trainer Jeff Tomlinson schimpft nun: „Eine Hammerstrafe. Es gibt in der DEL härtere Fouls, die gar nicht bestraft werden.“ Dann fuhr Tomlinson fort, er verabscheue „Schwalberei“. Die Westdeutsche Zeitung zitiert den DEG-Coach mit den Worten: „Manche Spieler haben es sich auch selbst zuzuschreiben, wenn sie sich verletzen. Besonders wenn sie ungeschützt mit dem Kopf zur Bande stehen.“ Er habe damit nicht Rautert im Speziellen gemeint, schob er hinterher. Wer’s glaubt…

Rautert ist das Gegenteil eines Schwalbenkönigs, findet EHC-Manager Winkler: „Ich hab noch nie gesehen, dass er sich fallen gelassen hätte. Überhaupt passt so eine Eigenschaft nicht zu unserer Mannschaft – wer sich fallen lässt, kriegt Ärger mit mir und den Trainern.“ Winkler weiter: „Wenn Tomlinson wirklich meint, dass Rautert ein Schwalbenkönig sei, ist das äußerst lächerlich und peinlich. So was motiviert uns nur. Es kann schon sein, dass das morgen in der Kabine aushängt.“

Martin Wimösterer

Rubriklistenbild: © sampics

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