Schlechtes Gewissen? Keine Spur

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Patrick Ehelechner

München - Patrick Ehelechner hat einen dicken Kumpel unter den EHC-Spielern - doch der Oberbayer spielt für nicht für die Münchner, sondern für deren kommenden Gegner Nürnberg Ice Tigers. Das tz-Interview.

Mittwochnacht am Olympiapark. Das U 2-Konzert ist gerade vorbei, das Stadion spuckt die Zuschauer aus. Verkehrschaos mit Streik, Sie erinnern sich bestimmt… U2-Fan Patrick Ehelechner hat aber Glück und entkommt dem Stau – sein Spezl Joey Vollmer hat ihm einen günstig gelegenen Geheimparkplatz verraten.

Die beiden Eishockey-Torhüter kennen sich seit diesem Sommer, sind seitdem Kumpels. Am Sonntagabend wird die Freundschaft jetzt aber ruhen, Vollmers EHC München trifft auf Ehelechners Nürnberg Ice Tigers (18.30 Uhr, Olympia-Eishalle).

Nationaltorwart Ehelechner im tz-Interview.

München gegen Nürnberg – und der Oberbayer Ehelechner spielt für die Franken. Fast schon ein Verrat…

Ehelechner: Mei, mir gefällt es sehr gut in Nürnberg. Der Klub schenkt mir Vertrauen, die Fans mögen mich – davon gebe ich etwas zurück. Aber München mag ich auch. Insgeheim bin ich schon immer München-Fan gewesen, weil mein Vorbild Karl Friesen dort ein paar Jahre spielte, für Hedos und die Maddogs. Und als Bayer bin ich froh, dass meine Landeshauptstadt wieder in der DEL ist.

 

 

Das ist überraschend – Sie sind beim SB Rosenheim groß geworden, dem Erzrivalen…

Ehelechner: Ich bin kein Spieler, der einen Verein einfach nicht mag. Ich hoffe, dass sich das Eishockey in München so gut entwickelt und es von Fans und Sponsoren so gut angenommen wird, wie es sich gehört. Ich habe viele Freunde in München, die kommen am Sonntag in die Eishalle. Meine Eltern sind so verrückt, dass sie sowieso bei fast allen meinen Spielen dabei sind. Am Sonntag haben sie mal einen kurzen Weg.

Vielleicht auch im November wieder. Dann könnten Sie erneut im Olympiapark aktiv sein, als Nationaltorhüter…

Ehelechner: Ja, es wäre schön, beim Deutschland-Cup zu spielen, ein tolles Länderturnier. Ich trage den Bundesadler immer mit Stolz. Ich hoffe natürlich auf eine Einladung, aber ich kann das nicht entscheiden.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie am Sonntag stark halten? Dann bestrafen Sie den Münchner Torwarttrainer Peppi Heiß. Er hat im Sommer ein Torwartcamp geleitet, an dem Sie auch teilgenommen haben.

Ehelechner: (lacht) Im Gegenteil. Ich will dem Peppi bestätigen, dass er gute Arbeit geleistet hat. Ich habe viel Respekt vor ihm, schon allein vor seiner Karriere als Aktiver. Jetzt ist er ein sehr, sehr guter Torwarttrainer geworden. Er geht auf den Torhüter ein. Er will ned deinen Stil verändern, dir einen Stil aufzwingen, sondern deinen eigenen Stil verbessern. Er hat mir Feinheiten gezeigt, an denen ich arbeiten kann.

Interview: Martin Wimösterer

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