Didi Hegen: "Es geht ums Konzept"

Didi Hegen.

München - Auch am Mittwoch wartete Eishockey-Deutschland auf weißen Rauch, auf das Habemus Bundestrainer durch das Wahlgremium. Doch wer es wird, stand immer noch nicht fest. Was sagt Eishockey-Legende Didi Hegen dazu?

 Die vier Kandidaten für den Posten als Eishockey-Bundestrainer haben ihre Konzepte vorgestellt. Wir haben uns mit Legende Didi Hegen unterhalten. Er bestritt 290 Länderspiele und kennt das deutsche Eishockey.

Herr Hegen, welcher Kandidat ist der Richtige?

Hegen: Alle vier sind anerkannte Trainer. Hans Zach war schon einmal Nationaltrainer und gewann mit seinen Klubs Meisterschaften. Bengt-Ake Gustafsson hat viel Erfahrung mit der schwedischen Nationalmannschaft gesammelt – und sogar Medaillen gewonnen. Pat Cortina kennt man von seiner erfolgreichen Arbeit in München und Ungarn. Dan Ratushny hat erst ein Jahr in der DEL trainiert, daher kann ich nicht so viel über ihn sagen. Er war erfolgreich.

Nach was für Kriterien würden Sie den Bundestrainer auswählen?

Hegen: Wir sind eigentlich eine Kämpfermannschaft. Einsatz und Wille – das sind unsere Tugenden! Ich glaube, alle vier Kandidaten könnten das vermitteln. Aber wenn Sie mich fragen, würde ich einen deutschen Trainer bevorzugen. Man braucht nur in der Geschichte zurückblicken: Da war schon vieles sehr gewagt, wenn der Verband einen ausländischen Kandidaten eingestellt hat. Keine Frage, das waren gute Trainer, aber das kann zu großen Problemen führen. Wegen Sprache, Mentalität und so fort. Und auch beim letzten (der Schweizer Jakob Koelliker; die Redaktion) hat es nicht richtig geklappt. Aber das hatte auch andre Gründe…

Welche?

Hegen: Wenn wir komplett sind, können wir unter den Top Acht mitspielen. Dann haben wir 30 Topspieler. Sonst wird’s schwer. Besonders wenn die NHL-Spieler absagen. Das war bei der letzten WM der Fall. Man kann einen Dennis Seidenberg oder einen Christian Erhoff nicht ersetzen. Und wenn dann noch Michael Wolf, der Torjäger, ausfällt, stehst du schlecht da als Trainer.

Der neue Bundestrainer, wer auch immer es wird, hat im Februar gleich eine schwere Aufgabe vor sich.

Hegen: Die Olympia-Qualifikation in Bietigheim. Aber wenn wir uns da Gedanken machen, dann haben wir etwas verkehrt gemacht. In den letzten zehn Jahren war vieles gut: Mit Uwe Krupp ging es bis ins Halbfinale, wir waren auf Augenhöhe mit den Großen. Toll. Nur die letzte WM war nicht so prickelnd. Aber wir müssen uns nicht fürchten, vor keinem.

Also ist Ihnen nicht bange ums deutsche Eishockey.

Hegen: Nein. Unsere Mannschaft ist wirklich nicht schlecht. Und wir haben auch viele Talente, auf die wir uns freuen dürfen. Ich vermute, dass es bei der Auswahl des Bundestrainers auch um die Nachwuchsmannschaften geht. Der Deutsche Eishockey-Bund hat keinen sportlichen Leiter, da wird der Bundestrainer auch für die Mannschaften runter bis zur U16 Konzepte vorlegen müssen. Es geht bei der Stelle nicht nur um den Bundestrainer, sondern darüber hinaus. Um ein großes Ganzes, um ein Konzept.#

wim

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