Der weiß-blaue DEL-Check

München - Eiszeit! Die Deutsche Eishockey Liga startet am Wochenende in die neue Saison. Wir stellen Ihnen die bayerischen Mannschaften der DEL vor.

 Zu den Titelfavoriten gehören Meister Berlin und Dauerrivale Mannheim – allerdings müssen beide den Abgang ihres besten Verteidigers verschmerzen. Da wittern die Jäger ihre Chance: Zum Beispiel Köln (mit Trainer Uwe Krupp und neuer Schweden-Power). Aber auch zwei bayerische Mannschaften sind gut im Geschäft. Der weiß-blaue DEL-Check:

Augsburger Panther: Der schlagzeilenträchtigste Zugang: ein Videowürfel (ganz schwäbisch im Ausverkauf gehamstert). Der Kot der Stadiontauben hatte die alte Anzeige verätzt. Auch Hugo, ein Falke vom Tonband, vertrieb die Vögel nicht aus dem offenen Stadion. In dem wird weiter gebaut – was die Mannschaft zur Vorbereitung nach Haunstetten vertrieb, wie schon im Vorjahr. Beinhahe unverändert ist auch der Kader, was für Augsburger Verhältnisse fast sensationell ist. Tipp: Der AEV leidet unter den Strukturen und der Sparsamkeit. Der Kampf in der Liga ist da fast der kleinere. Die Pre-Playoffs wären ein Erfolg.

Ingolstadt Panther: Für Ingolstadt ist es vielleicht der letzte Anlauf zum großen Sprung (Vertrag eines Großsponsors läuft aus). In den Jahren zuvor war das Team, wenn es drauf ankam, so effektiv wie Tonbandfalke Hugo. Jetzt kamen auch Männer fürs Dreckige, wie Hobby-Klopper Sean O’Connor. Clevere Transfers auch sonst – aber: eine Torwart-Granate wie Münchens Jochen Reimer fehlt. Tipp: Trainer Rich Chernomaz war schon mit Köln und Frankfurt Meister. Jetzt hat er hungrige, fauchende Panther! Die Vorbereitung verlief stark!

EHC München: Der schlagzeilenträchtigste Neuzugang: Hauptsponsor Red Bull. Viele meinen, wo der Konzern, da der Erfolg. Dabei wird beim EHC nach der Wiederbelebung jeder Cent umgedreht, mindestens so oft wie bei den Schwaben. Was Ingolstadt hat (Scorer-Überangebot), fehlt dem EHC. Top-Stürmer Eric Schneider ist weg, der Star ist nun die Arbeitsmoral – und Reimer. Der lässt in Topform so viel rein wie der P1-Türsteher Mitglieder einer Gruppe Hawaii-Hemd-Träger. Tipp: Die direkte Konkurrenz ist nicht enteilt. Die letzten Testspiele liefen gar nicht so schlecht. Platz zehn ist nicht unmöglich.

Nürnberg Ice Tigers: Nürnberg hat eine Katastrophensaison hinter sich. Klubeigner Thomas Sabo, der sonst Schmuck verkauft, kaufte nun Schmuckstücke ein. Klotzen statt kleckern! (Besser nicht in Augsburg und München erwähnen!) Neben potenziellen DEL-Allstar-Spielern sind auch echte Talente an Bord. Aber Abwehrchef Rob Leask ist bereits 41. Tipp: Das große Freiluftspiel im Frankenstadion kann lähmen. Das Team muss sich erst finden. Die Stars haben jedenfalls Verträge über die Saison hinaus. Allerdings könnte man dank guter Wettquoten schon mal ein paar Euro auf Nürnbergs Titel riskieren…

Straubing Tigers: Dass Augsburger Taubenkot auch Positives bewirken kann, zeigte Carsen Germyn. Der Stürmer bekam im Vorjahr bei einem Gastspiel eine Fuhre von oben ab – was auf ihn wirkte wie auf Siegfried das Drachenblut. Er, der kleine Stürmer, spielte wie verwandelt und scorte groß auf. Ein Sinnbild für Straubing im Vorjahr! Die Tigers stießen bis ins Halbfinale vor. Die Vorbereitung verlief aber mit Höhen und Tiefen. Tipp: Der Druck ist nun größer und das DEL-Mittelfeld stärker. Die erste Playoffrunde ist drin. Mit der Kraft des Taubenkots auch mehr.

Martin Wimösterer

Quelle: tz

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