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Nächstes „Eishockey-Wunder“? - Pinguins wollen den EHC ärgern

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Hatten gegen den ERC Ingolstadt ihren Spaß: Die Fishtown Pinguins um Jeremy Walsh (2. v. r.) kommen mit Rückenwind nach München.
Hatten gegen den ERC Ingolstadt ihren Spaß: Die Fishtown Pinguins um Jeremy Walsh (2. v. r.) kommen mit Rückenwind nach München. © imago/Eibner

Bremerhaven - Die Fishtown Pinguins sind heiß auf das Playoff-Duell mit dem EHC München. Vor dem ersten Spiel am Dienstag ziehen die Bremerhavener einen Vergleich mit dem Fußball.

Für viele in der DEL ist es schon längst ein „Eishockey-Wunder“, nach dem historischen Playoff-Erfolg fühlt sich Aufsteiger Fischtown Pinguins sogar stark genug, den Meister zu ärgern. In der am Dienstag (19.30 Uhr) beginnenden Viertelfinalserie gegen Titelverteidiger und Hauptrundensieger EHC Red Bull München rechnet sich der bärenstarke Neuling aus Bremerhaven durchaus etwas aus. „Zu null werden wir die Serie jedenfalls nicht verlieren“, sagte Manager Alfred Prey der Deutschen Presse-Agentur am Samstagabend auf der Gala des deutschen Eishockeys in Köln und erinnerte grinsend: „In der Vorrunde haben wir beide Spiele in München gewonnen.“

Inmitten der Top-Spieler, Trainer und Manager der Deutschen Eishockey Liga feierte Prey den nicht für möglich gehaltenen Erfolg vom Freitag gegen Ingolstadt weiter. Als erster Aufsteiger der DEL-Historie schafften es die Pinguins in ein Viertelfinale. Das nötigte der Konkurrenz Respekt ab. Was uns Bremerhaven beschert hat, ist ein Eishockey-Wunder“, sagte DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold vom ERC. „Sensationell, was die da auf die Beine gestellt haben.“

Pinguins setzen auf Drucksituation beim EHC

Seine Ingolstädter, 2014 deutscher Meister, schmiss Bremerhaven in den Pre-Playoffs glatt mit zwei Siegen raus. Dass im „Best-of-Seven“-Viertelfinale dasselbe mit Titelfavorit München passiert, glauben die wenigsten. „Gegen so einen Underdog wird der Druck immer größer, je länger es in einem Spiel Unentschieden steht. Und das ist unsere Chance“, sagte Prey.

Seine Pinguins bekamen im vergangenen Sommer unverhofft DEL-Zugang, als der Betreiber der Hamburg Freezers seine Lizenz zurückzog. Mit dem deutlich geringsten Etat der Liga baute Prey einen DEL-taugliches Team. Der Erfolg basiert auf dem durchaus umstrittenen Modell, viele eingedeutschte Importspieler zu beschäftigen. Der Erfolg gab Bremerhaven recht. „Wir haben gesehen, dass wir mithalten können“, sagte Pinguins-Coach Thomas Popiesch, der auch gegen München an eine Chance glaubt. „Wenn München auf einem Top-Level spielt, wird es sehr schwer. Bieten sie uns was an, müssen wir bereit sein.“

Immer dabei: Die Fans stehen wie eine Wand hinter ihrem Team.
Immer dabei: Die Fans stehen wie eine Wand hinter ihrem Team. © dpa

Wie FC Bayern gegen Sportfreunde Lotte

Wie groß der strukturelle Unterschied ist, verdeutlichte Prey: „Im Fußball wäre es so, als wenn der FC Bayern gegen die Sportfreunde Lotte spielen würde.“ Der Liga-Neuling hat einen Etat von rund 3,5 Millionen Euro, München soll knapp das Vierfache zur Verfügung haben. Im Eishockey sind das Welten.

Doch Bremerhaven setzt auf den Underdog-Effekt. „München gegen Bremerhaven? Da müssen die meisten erstmal auf der Landkarte nachgucken. Ist das in Bremen? Nein, in Bremerhaven“, sagte Prey und erklärte: „Bremerhaven steht für Fischer, Seeleute, Hafenarbeiter, alles harte Arbeiter. Das geben wir auf dem Eis wieder und die Leute sehen: Hey, die sind wie wir.“

Hier erfahren Sie alles rund um die DEL-Playoffs 2017.

dpa

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