Gelungener Start für Cortina-Cracks

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Grund zur Freude: Pat Cortina, Trainer des EHC München.

Krefeld - War das ein toller Start in die neue Eishockey-Saison für den EHC München! Da durfte der nagelneue Bus gleich das Optimum an Punkten aus Krefeld in die bayrische Metropole befördern.

40 Fans skandierten „Auswärtssieg, Auswärtssieg!“ Für die Entscheidung sorgte Eric Schneider in der vorletzten Spielminute mit einem Schuss ins leere Tor, nachdem Klaus Kathan auf die Strafbank geschickt wurde und die Krefelder auf ihren Torwart zugunsten eines weiteren Feldspielers verzichteten. Zuvor gingen die Gäste in Unterzahl durch einen vorbildlichen Konter in Führung.

Hätte es nach dem ersten Drittel 3:3 geheißen, wäre sicherlich keiner der 5.041 Besucher verwundert gewesen. Zwar begannen die Hausherren wie die vielzitierte Feuerwehr, doch die selbstbewussten Oberbayern übernahmen schnell das Kommando. EHC-Kapitän Stéphane Julien hätte beinahe mit seinem Knaller aus der neutralen Zone für die Führung gesorgt, doch Scott Langkow, der in der Vorsaison als einziger DEL-Torwart alle Saisonspiele absolvierte, war auf dem Posten. Langkows Kollege Jochen Reimer war auf der anderen Seite keinesfalls arbeitslos. In der 13. Spielminute wäre der Neuzugang aus Wolfsburg geschlagen gewesen, doch der Pfosten verhinderte das 1:0 durch den Ex-Mannheimer und Rekonvaleszenten Francois Méthot.

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

Auch Abschnitt Nummer zwei zeigte, dass beide Kontrahenten ihre Testspielphase erfolgreich nutzten. Zwar kam Klaus Kathan unkonzentriert aus der Kabine (seine zwei Fehler blieben Gott sei Dank folgenlos), doch dann kontrollierten die Schützlinge von Pat Cortina wieder mehr oder weniger die Szene. Pech für Neuzugang Noah Clarke. In der 27. Minute inszenierte er in Unterzahl ein vielversprechendes Solo, legte sich jedoch die Scheibe zu weit vor. Nachdem Piettas Alleingang an Reimers Schulter endete, war der EHC-Schlussmann in der nächsten Szene machtlos. Ein Schuss aus der Drehung bedeutete das 1:0. Doch der EHC ließ nicht locker und nutzte eine Unachtsamkeit der Krefelder zu einem blitzschnellen Konter. Martin Schymainski, ehemaliger Pinguin, passte im rechten Moment zu dem mitgelaufenen Bryan Adams, der für den Ausgleich sorgte. Glück für die Gäste, dass der Unparteiische vor dem 1:1 nach minutenlanger Videobeschau auf „kein Tor“ entschied. Wer weiß, wie es beim Stande von 2:0 weiter gelaufen wäre.

tz

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