EHC gewinnt bayerisches Derby

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EHC-Kapitän Julien traf in der 7. Minute.

Ingolstadt - Der EHC München setzt seinen eindrucksvollen Spaziergang durch die DEL fort. Am Dienstag Abend gab's einen Sieg beim bayerischen Konkurrenten in Ingolstadt.

Kurz vor dem Anbully des Oberbayern-Derbys ERC Ingolstadt gegen den EHC München. Auf dem Videowürfel in der schmucken Ingolstädter Eishalle lief ein spaßiges Filmchen. Einige Spieler der Panther gaben Bayerisch-Unterricht. „Sei ned zwida“, erklärte Stephan Retzer, bedeutet „nicht böse sein“. Und es sollte das Motto für den Gastgeber werden. München gewann mit 3:2.

Der EHC befand sich, wie schon in den vorigen Partien, zu Spielbeginn im Tiefschlaf. Schon in der zweiten Spielminute klingelte es erstmals im Münchner Kasten, Joe Motzko überwand den chancenlosen Sebastian Elwing. Doch dann erwachte in Stephane Julien das Löwenherz: Erst traf der EHC-Kapitän zum Ausgleich (7. Minute). Danach beschäftigten er und Ryan Ready ein ums andere Mal den Panther-Torwart Markus Janka. Doch Zählbares sprang dabei nicht heraus. Auf der anderen Seite hielt Elwing stark im Eins gegen Eins gegen den flinken Richard Mueller.

Das erste Drittel war vorbei. Und EHC-Trainer Pat Cortina spielte weiter Russisches Roulette. Er gab seiner Top-Reihe viel Spielzeit und hoffte, dass Eric Schneider & Co. bald treffen. Falls nicht, könnte die Taktik nach hinten losgehen, weil die Top-Reihe fast nicht zum Ausschnaufen kam. Cortina hatte aber kaum eine Wahl: Acht Spieler fehlten ihm, die drei Förderlizenzspieler bekamen nur wenig Eiszeit. Marco Miller, Stefan Vogt und Max Hofbauer waren echte No-Names, ihre Trikots hatten nur Nummern, keine Namen. Aber sie verkauften sich nicht schlecht, spielten frech mit. „Alle haben hart gearbeitet“, lobte Cortina. „Die Förderlizenzspieler haben die Begeisterung in die Kabine gebracht, die wir brauchten.“

Und Cortinas Taktik zahlte sich gleich zu Beginn des zweiten Drittels aus. In der 21. Minute traf Dylan Gyori zur Münchner Führung. Vier Minuten später erhöhte Martin Buchwieser auf 3:1. Die EHC-Anhänger feierten ihren Liebling Martl besonders laut. Schließlich war Bundestrainer Uwe Krupp vor Ort, der ein Auge auf Buchwieser geworfen hat für den Deutschland-Cup im November. Krupp bekam wie die insgesamt 3500 Zuschauer auch im letzten Drittel Buchwieser und den anderen Kandidaten Felix Petermann häufig zu sehen. Und als dieser eine Zwei-Minuten-Strafe abbrummte, zeigten die Münchner, dass nicht nur die erste Reihe mithalten kann. Gyori und David Wrigley kamen zu Konterchancen.

Doch die Entlastungsangriffe wurden seltener, die Münchner drückten zehn Minuten vor dem Ende aufs Gehäuse der Gastgeber. Der glänzend aufgelegte Elwing hielt seinen Kasten sauber. Einmal lag er wie ein scheinbar hilfloser Käfer auf dem Rücken, wand sich hin und her und kratzte so den Puck von der Torlinie. Und auch Richard Girards Schlagschuss zwei Minuten vor Ende wehrte er ab. 22 Sekunden vor Schluss wurde es noch einmal spannend: Matt Hussey verkürzte auf 2:3. Vier Sekunden vor Schluss jubelten die Panther über den vermeintlichen Ausgleich. Schiri-Beweis. Zittern bei den EHClern. Doch es war kein Tor! München gewann mit 3:2. Und die gut 450 mitgereisten Münchner feierten die drei entführten Punkte und den vierten Tabellenplatz. „Das waren Big Points für uns“, freute sich Cortina. Und Ingolstadt – sei ned zwida.

Von Martin Wimösterer

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