Hegen macht den weiß-blauen DEL-Check

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Eishockey-Legende Didi Hegen.

München - Start in die neue Saison der DEL! Wer wird Meister, wie schlägt sich München, wer sorgt für Überraschungen, was reißen die bayrischen Klubs? Eishockey-Legende Didi Hegen analysiert:

Für die tz hat der siebenmalige Meister Didi Hegen (49) die bayerischen Klubs und die großen Favoriten unter die Lupe genommen:

Augsburg:

Trainer Larry Mitchell tauschte den Kader fleißig aus. Mit wenig Geld, aber einem guten Auge für Talente. Die Topstürmer waren lange offen, der Abgang von Darin Olver, Noah Clarke und Barry Tallackson schmerzt.

Hegen meint: "Wenn du fast jedes Jahr deine Mannschaft austauschst, hättest du mit Platz zehn eine gute Saison gespielt. Es wird schwer."

Berlin:

Routinier Steve Walker bekam keinen neuen Vertrag. Sven Felski macht seine 20. Profisaison voll. Die beiden Torgaranten Olver und Tallackson kamen.

Hegen meint: "Berlin hat starke Spieler mit Erfahrung, die es in der Vorbereitung vielleicht mal schleifen lassen. Auf dem Weg zur Meisterschaft führt in diesem Jahr kein Weg an den Berlinern vorbei."

Ingolstadt:

Einige Leistungsträger wie Patrick Buzas (Hannover) gingen, neue Stars (etwa Jeremy Reich) kamen. Rich Chernomaz hat 15 Spieler im Kader, die über 30 Jahre alt sind. Die Panther holten beim Straubinger Turnier den Sieg vor dem Ligakonkurrenten.

Hegen meint: "Ähnlich wie Hamburg heißt es in Ingolstadt jedes Jahr, dass man sich top verstärkt hat. Am Ende laufen sie meist um den achten Platz ein. Für mich sind sie ein Geheimfavorit."

Köln:

Der wichtigste Neuzugang ist 46 Jahre alt und heißt Uwe Krupp. Er darf sich ein Team aufbauen. Er hat das Charisma, aus Geisböcken (Dauergemecker wie bei den örtlichen Fußballern) wieder Haie zu machen. Noch als Bundestrainer lotste Krupp Nationalspieler nach Köln und verärgerte so einige Klubs.

Hegen meint: "Die Haie werden in Stadt und Liga wieder wahrgenommen. Toll für die Region - die Hallen werden bei Derbys wieder voll. Die Mannschaft landet dank Uwe auf Platz sechs oder besser."

Mannheim:

Der FC Bayern der Liga: Nach einer nicht standesgemäßen Saison investierten die Adler kräftig. Im Sturm kam mit Adam Mitchell, Christoph Ullmann und Ken Magowan Spitzenklasse hinzu. Harold Kreis‘ Team ist dem Etat entsprechend in der Liga weit oben anzusiedeln

Hegen meint: "Die Mannheimer haben sich diesmal clever verstärkt. Für mich sind sie neben Berlin der Topfavorit."

München:

Mike Kompon und Ryan Ready verabschiedeten sich kurzfristig, doch neue Stars kamen: Nationaltorwart Jochen Reimer, Jason Ulmer, Klaus Kathan, Noah Clarke. Mit der Einstellung einiger Spieler während der Vorbereitung war Trainer Pat Cortina nicht immer zufrieden.

Hegen meint: "Bekanntermaßen ist das zweite Jahr das Schwerste. Es gilt, die Leistung des Vorjahres zu bestätigen und unter die ersten Zehn zu kommen. Kathan weiß, wo das Tor steht."

Nürnberg:

Der Ice Tiger an sich braucht scheinbar die Unruhe. Vor der vergangenen Saison war es ruhig und schon lief es nicht. Torwart-Ass Patrick Ehelechner spielte nicht immer himmlisch, bekam zu wenig Hilfe. Der Rosenheimer liebäugelte im Sommer mit einem Wechsel, bekam nun zwei gute Torhüter an die Seite gestellt. Jetzt herrscht wieder ein wenig Unruhe bei den Eis-Tigern.

Hegen meint: "Der Konkurrenzkampf im Tor tut gut. Die Mannschaft ist über die Jahre gewachsen. Platz acht ist machbar."

Straubing:

Calvin Elfring spielt seit 2004 für die Tigers, seit 2006 in der DEL. Das Ziel waren immer die Playoffs - es blieb bislang beim Ziel. Die Suche nach der neuen Mischung beinhaltet diesmal: Star-Torhüter Dimitri Pätzold weg, dafür vorne den Tiger im Tank. Und es wird auch dieses Mal schwer mit der K.o.-Runde. Elfring hat jedenfalls schon bis 2013 verlängert.

Hegen meint: "Trotz guten Trends im Vorjahr und so sehr ich der Stadt den Playoff-Einzug wünsche: Straubing wird es wieder schwer haben."

wim

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