"Ich war sauer, die Spieler waren sauer"

- VON HANS STAAR Bad Tölz - Wie kann es sein, dass eine Eishockeymannschaft einen Gegner souverän besiegt, gegen den sie zwei Tage zuvor noch chancenlos war. Natürlich beschäftigte diese Frage nach der Berg- und Talfahrt der Löwen vom Wochenende die meisten Tölzer Eishockeyfreunde. 1:6 hatten die Isarwinkler am Freitag in Crimmitschau verloren. Zwei Tage später gab es (wie berichtet) auf eigenem Eis ein souveränes 5:1.<BR>

<P>Zwischen den beiden Spielen hatte es in der Löwen-Kabine eine Unterredung gegeben, die ihr Ziel nicht verfehlte: "Ich war sauer, die Spieler waren sauer", schilderte Trainer Peter Obresa und freute sich über die positive, wie er fand sogar "eindrucksvolle" Reaktion seiner Mannschaft. Dass Derek Mayer und Co. verdientermaßen als Sieger vom Eis gegangen waren, gab auch Gästecoach Jiri Ehrenberger freimütig zu: "Die Tölzer waren aggressiver und hatten deutlich mehr Siegeswillen." Sein Team habe zu viele Fehler und zu viele unnötige Strafzeiten gemacht.<P>Eine davon hatte nachhaltige Folgen. Wohl auch aus Frust leistete sich der Crimmitschauer Verteidiger Joe Vandermeer einen rüden Check von hinten gegen Löwen-Stürmer Sebastian Kottmair. Während der Tölzer mit blutender Nase vom Eis ging, verschwand der Kanadier mit Matchstrafe in der Kabine. "Ein bissl überraschend", fand Jiri Ehrenberger diese harte Strafe, die eine Sperre von mehreren Spielen nach sich zieht. Gar so schlimm war`s übrigens nicht: Wie Manager Beppo Schlickenrieder gestern berichtete, seien Kottmairs Beschwerden nach ärztlicher Behandlung und einigen Eisbeuteln schon wieder weitgehend abgeklungen.<P>Gar zu gerne hätten die Tölzer das folgende fünfminütige Überzahlspiel zu weiteren Treffern genutzt, um auch den direkten Vergleich mit den Eispiraten für sich zu entscheiden. Es gelang ihnen nicht, und Obresa gab sich nachsichtig: "Natürlich wollten wir das Tor, aber wir haben bis zur Halbzeit sehr viel investiert in das Spiel. Da war am Ende die Luft ein bissl raus. Für den präzisen finalen Pass muss man auch die nötige Frische haben."<P>Der Beifall ihrer eigenen Fans war den Löwen dennoch gewiss. Verdient hatte ihn sich vor allem Rod Stevens, der seine feine Leistung mit zwei Toren krönte. Ein Lob verdienten sich auch die fairen Fans aus Sachsen, von denen etliche nach Spielende sogar "La Ola" mit den Tölzer Cracks aufführten.<P>

Quelle: Merkur.de

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