Sportreferentin Strobl: „Jede Sportart hat es schwer“

München - Und täglich grüßt das Murmeltier! Mit dem Untergang des EHC München hat es wieder einmal ein Eishockeyverein nicht geschafft, langfristig in der Stadt Fuß zu fassen.

Vor dem EHC hatten bereits der EC Hedos und die Munich Barons ein ähnliches Schicksal erlitten. „In München dominiert Fußball, jede andere Sportart hat es sehr schwer. Aber das ist nicht nur ein Problem unserer Stadt, das ist fast überall so“, sagt Christine Strobl, zweite Bürgermeisterin und Sportferentin der Stadt im Gespräch mit der tz. Auch sie würde gerne mehr Spitzensport in München sehen. Strobl: „Ich würde mich freuen, wenn wir wieder ein größeres Leichathletik-Meeting hätten. Aber da braucht es eine Menge Power, um so etwas zu organisieren. Heutzutage muss alles Eventcharakter haben, dafür braucht man Stars und die sind natürlich nicht billig.“

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

Eine Ausnahme gibt es aktuell: Das Basketball-Projekt des FC Bayern München. Dank der finanziellen Unterstützung von Präsident Uli Hoeneß gelang ein beachtlicher Start. „Das war ein Glücksfall für die Stadt. Natürlich versuchen wir dann gute Rahmenbedingungen zu bieten, aber die Bayern haben beispielsweise in die Rudi-Sedlmayer-Halle einen großen Betrag selbst investiert“, so Strobl zur tz.

Entwicklungen, von denen beispielsweise der Handball derzeit nur träumen kann. Nach den glorreichen Zeiten des TSV Milbertshofen und des MTSV Schwabing, fristet der Handball mitterweile ein graues Nischendasein. Das schmerzt besonders Wolfgang Sommerfeld. Bis vor Kurzem war er Co-Trainer unter Martin Heuberger, holte mit den deutschen Junioren den WM-Titel. Er arbeitet bei der Stadt München als Fachberater für Sport an kommunalen Schulen. Früher leitete er die Geschicke in Schwabing. Die Situation des EHC sieht er zwiegespalten: „Früher wurden Vereine mehr bezuschusst. Aber da handelte es sich noch um ehrenamtliche Vereine, heute sprechen wir von wirtschaftlichen Unternehmen, die auf Profit ausgerichtet sind. Ich verstehe, dass es nicht die Aufgabe der Stadt ist, eine Profiabteilung zu retten“, so Sommerfeld zur tz.

Audi Dome: Streifzug durch die Spielstätte der Bayern-Basketballer

Auch Bayern-Star Bastian Schweinsteiger hat sich im Audi Dome verewigt. © Audi
Prominenter Besuch im Audi Dome: Die Moderatorinnen Tina Kaiser, Annemarie Warnkross und Viola Weiss. © Audi
Prominenter Besuch im Audi Dome: Schauspielerin Sophie Wepper und Thomas Günther, Gesamtvertriebsleiter der Audi AG, Region Süd. © Audi
Auch Bayern-Star Bastian Schweinsteiger hat sich im Audi Dome verewigt. © Audi
Prominenter Besuch im Audi Dome: Die Moderatorinnen Tina Kaiser, Annemarie Warnkross und Viola Weiss. © Audi
Prominenter Besuch im Audi Dome: Moderator Kai Pflaume, Supermodel Eva Padberg und Bayern-Boss Uli Hoeneß. © Audi
Prominenter Besuch im Audi Dome: Moderator Kai Pflaume, Supermodel Eva Padberg und Bayern-Boss Uli Hoeneß. © Audi
Prominenter Besuch im Audi Dome: Schauspielerin Sophie Wepper und "Germany's Next Topmodel"-Siegerin Sara Nuru. © Audi
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag
Nach dem Aufstieg in die Bundesliga haben die Bayern-Basketballer eine erstklassige Spielstätte gefunden: Die Rudi-Sedlmayer-Halle wurde zum Audi Dome - hier sehen Sie Bilder aus dem Schmuckstück. © Klaus Haag

Für die Zukunft wünscht er sich dennoch mehr Spitzensport in München, am besten mit vielen regionalen Spielern. Beim Basketball-Projekt ist Sommerfeld noch skeptisch: „Retortenmannschaften mit vielen auswärtigen Stars haben es in München oft schwer, das zeigt die Vergangenheit. Bei den Basketballern würde ich noch ein, zwei Jahre abwarten. Im Moment kommt viel Eventpublikum in die Halle. Sollte der sportliche Erfolg irgendwann ausbleiben, könnte das Interesse schnell wieder abflachen.“

Für Sommerfeld ist die Problematik offensichtlich: Der Fußball zieht unglaublich viele Sponsorengelder, sogar unterklassige Vereine haben große Sponsorenpools, da bleibt für andere Sportarten nicht viel übrig. Auch nicht für den Handball. „Es gab Gespräche mit Investoren, die aber schon daran gescheitert sind, dass es im Umland keine Lizenz gibt, mit der man möglichst schnell im Spitzenbereich mitspielen könnte“, sagt Sommerfeld.

Deswegen hat er sich selbst etwas überlegt. Er hat alle Traditionsvereine abtelefoniert und nachgefragt, ob Interesse bestünde, die Kräfte zu bündeln. Sommerfeld: „Ich hatte mündliche Zusagen, aber es hätte jemanden gebraucht, der die Sache organisatorisch in die Hand nimmt.“ Mit Sicherheit wäre das die gesündeste Basis für einen Aufbau. Denn auch bei Milbertshofen ging es mit Investor Ulrich Backeshoff schief. Alles scheiterte damals, wie jetzt beim EHC, am Geld. Nach seinem Ausstieg folgte der Abstieg ins Uferlose. Heute spielt Milbertshofen in der Bezirksoberliga. Ähnliches blüht dem EHC…

Mathias Müller

Rubriklistenbild: © sampics (Symbolbild)

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