Johan Ejdepalm - der Sommertyp aus Schweden

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Johan Ejdepalm.

München - Könnte lustig werden. Ein Interview mit einem Mann, der eigentlich nicht reden mag. Oder jedenfalls nicht viel. Wir dürfen vorstellen: Johan Ejdepalm (29).

Schwedischer Verteidiger beim EHC München. Einer der besten. Einer, den Münchens Sportchef Christian Winkler „Vorzeigeprofi“ nennt. Ejdepalm trägt einen sehr wichtigen Teil dazu bei, dass es so gut läuft bei unseren Eishacklern, die zuletzt 6:1 und 4:3 nach Verlängerung gegen Düsseldorf gewonnen haben. Also reden wir mit ihm – und lassen uns davon überraschen, wie sehr Johan Ejdepalm neben dem Heizstrahler in den Katakomben der Olympia-Eishalle auftaut…

Herr Ejdepalm, warum sind Sie eigentlich so wortkarg?

Ejdepalm: Ich bin der einzige Schwede im Team. Und es gibt kleine kulturelle Unterschiede. Daheim in Schweden rede ich mehr. Die Amerikaner und Kanadier erzählen Geschichten, was bei ihnen in der Heimat geschieht, die Deutschen sprechen über Ereignisse im Land. Ich habe niemanden, mit dem ich über solche Themen sprechen kann.

Aber das ist nicht so schlimm, dass es Ihre Rückkehr nach München verhindert hätte…

Ejdepalm: Nein. Ich habe zwischendurch zwei Jahre in der ersten schwedischen Liga gespielt – aber da hatte ich eine wesentlich defensivere Rolle. Ich bin wieder nach München gekommen, weil ich wieder mehr Verantwortung tragen wollte. Und das darf ich hier. Ich sehe mich als offensiver Verteidiger.

Vielleicht kommen Sie ja aufgrund ihrer ruhigen Art gut mit Trainer Cortina zurecht. Ein Hitzkopf würde zurückschreien, was für die Autorität des Trainers nicht so toll wäre…

Ejdepalm: Das mag sein. Ich bin nicht so schnell gestresst wie andere. Ich bin von Natur aus ein ruhiger Kerl.

Geht so ein ruhiger Typ auch mal aus in München – nach all den Jahren, die Sie schon hier leben?

Ejdepalm: Ich gehe nicht so oft raus. Vor allem nicht im Winter. Ich bin mehr der Sommertyp.

Ihre Freundin ist vor einigen Monaten von Schweden zu Ihnen nach München gezogen. Wer ist jetzt der Chef am Herd?

Ejdepalm: Als ich alleine hier gelebt habe, musste ich das natürlich selbst machen. Aber jetzt ist sie die Chefin am Herd. Und ehrlich: Es schmeckt einfach besser, wenn sie kocht…

Dann werden Sie nach Ihrer Eishockey-Karriere wohl kein Koch werden…

Ejdepalm: Nein. Ich bin noch nicht sicher, was ich dann machen möchte. Ich habe aber schon fast eine komplette Ausbildung als Feuerwehrmann. Es gehen nur noch ein paar winzige Prüfungen ab. Das ist auf alle Fälle eine Option. Oder ich fange ein Studium an.

Interview: ­Patrik ­Malberg

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